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So geht Fussball - so geht Feiern

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Es waren zwei tolle Partys in der Solothurner Rythalle.

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Iliria verliert gegen Blustavia forfait

Auf dem Rasen hatte Iliria das letzte Spiel in der Solothurner 2. Liga souverän 5:1 gewonnen. Nun hat aber der Fussballverband auf einen 3:0-Forfaitsieg für Blustavia entschieden. Iliria hatte einen Spieler eingesetzt, der gesperrt war.

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SchwachSuper 

3-Tore-Führung, ins Schwimmen kommen, Sack schliessen durch 6 Tore in 20 Minuten. Dieser nicht alltägliche Spielablauf präsentierte sich den Zuschauern auf der Grabmatt im letzten 3. Liga Spiel im Jahre 2017. In einem Torreichen Spiel schlägt Deitingen Halten mit 9:2.

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Bracher – sonst als Schiedsrichter auf der Grabmatt – gab, nachdem er vor einem Jahr aufgrund von Schulterproblemen seine Handschuhe an den Nagel hängte, sein Comeback als Nummer 1, da sich der Ex-Deitinger Messerli verletzt hat. Nicht nur auf der Torhüterposition musste der Haltner Trainer Affolter Alternativen suchen. Schlüsselspieler wie Captain und Spetzle-Liebhaber Schläfli, Pilot Kummer, Abwehrurgestein A. Späti und Andi Möller Verehrer Stampfli fielen ebenfalls verletzungsbedingt aus. Trotz einer langen Lazarettliste trügt manchmal der Schein. Einer der oft vor Gerichten steht, muss nicht ein Krimineller sein. Er kann auch Koch sein.

 

Kollegen sind wie Kartoffeln. Isst man sie, sind sie tot. Ganz nach diesem Motto sollte man immer wissen was man tun und welche Ziele man hat. Aus diesem Grund nahm Deitingen von Beginn an die Zügel in die Hand. Geradlinige Angriffe mit dem Motto «HALTEN verboten» waren das Ziel. Halten stand sehr tief und wollte so die Schnelligkeit der Deitinger durch die kurzen Wege zu ihrem Tor abfedern. Doch es dauerte nicht lange auf der Grabmatt bis die Haltner Nummer 1 sich in Szene setzten konnte. Mehrere Corner konnte Bracher gekonnt wegfausten, ein 1-gegen-1 gegen Flury gewinnen und einen satten, jedoch zu wenig Präzisen Schuss von B. Frei entschärften. Da war sich Kissling im Deitinger Tor das erste Mal in seinen Leben reuig, dass er jenen Bracher in dessen Jugendzeit Jahrelang im Torhütertraining zu einem guten Keeper formte. Da Kissling jedoch kein Foletti und Bracher kein Buffon ist, konnte Deitingen trotzdem bis zur Pause mit 3:0 in Führung gehen. Den Auftakt machte Flury in der 14. Minute, T. Stalder lieferte mit einer Dublette innert 4 Minuten nach (29. & 33.). Halten seinerseits stand zwar tief und hatte dadurch nicht viel Ballbesitz, konnte ihre Offensive jedoch zwei Mal so in Szene setzten, dass die Torerfolgwahrscheinlichkeit dabei nicht allzu gering war. Zuerst scheiterte Jost aus halbspitzem Winkel im Duell mit Kissling, anschliessend war es Müller, welcher ein Querpass unglücklich neben den Pfosten setzte.

 

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Zufrieden mit dem Resultat wollte man den Zuschauern zum Jahresabschluss noch eine weitere solche Halbzeit bieten. Ohne eine grösseren Leistungsabfall verbucht zu haben, schienen die Deitinger Welt innert Kürze auf den Kopf gestellt zu sein. Nach einem ärgerlichen Ballverlust in der hintersten Deitinger Reihe zog Jost an die Grundlinie und bediente in der Mitte den alleinstehenden Frey, welcher so abgebrüht wie Trump bei einem Frauenwitz die Kugel in die Ecke schob (3:1, 53.). Das Unheil nahm nicht ab und Deitingen reagierte kaum auf das Gegentor. In der 63. Minute führe Müller ein Einwurf zum auffälligen Jost aus, welcher von der Deitinger Defensive quasi freien Bewegungsfreiraum erhielt. Mit dem Ball am Fuss zog er Richtung Mitte, fasste sich mit dem schwachen Linken ein Herz und hämmerte das Leder durch zwei Verteidiger sehenswert in die lange Filette. Tor des Tages? Für die Deitinger war es nicht zum ausHALTEN. Wie kann man so ins Schwimmen kommen, wenn man doch alles im Griff hatte. Bei Halten war der Mut und die Stimmung mehr zurück als beim Cricket-Klassiker Pakistan gegen Indien. Manche Zuschauer wollten schon fast Spielmanipulation aufs Feld rufen, da es ihnen zu verdächtig vorkam. Fast so verdächtig, wie wenn man 9 Monate nach seinem Vater Geburtstag hat – da hatte die Mutter wohl kein richtiges Geschenk gekauft.

Das Stündchen hatte nun geschlagen und die Deitinger brachten ebenfalls wieder paar Emotionen mehr auf den Platz. 3 Minuten dauerte es, bis der Gast den pfeilschnellen Flury ein weiteres Mal nicht aufHALTEN konnte. Den herausstürmenden Bracher wollte Flury via Heber bezwingen, was er wohl auch hätte. Dieses Vorhaben versuchte der Haltner Innenverteidiger Schwaller im vollen Lauf noch zu unterbinden, war jedoch zu spät und - noch unglücklicher für ihn - er erwischte den Ball nur noch so, dass dieses Tor auf sein Scorerkonto gutgeschrieben wurde.

 

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Dieses Eigentor fiel zu einem denkbar ungünstigen Moment, da dies die Hoffnung des Aufsteigers knickte. Die Folge: Deitingen spielte sich in einen Rausch und die Tore fielen im durchschnittlichen 3,33-Minuten-Takt. Zuerst drückte Roth die Kugel mit grösster Finesse zum Fünften über die Linie (72.). Anschliessend war es wieder der auffällige Flury, der sich den Zuschauern zeigte und zum 6:2 erhöhte. Nebst seinem zweiten Treffer spulte er in diesem Spiel solch ein Laufpensum ab, dass er bei der Swiss Meilen gutgeschrieben hätte bekommen sollten. Von Tor zu Tor wurde die Verunsicherung bei der jungen Gästeabwehr immer wie grösser. So kam es, dass nach einem scharf gezogenen Corner von S. Frei der heutige Unglücksrabe Schwaller den Ball mit dem Kopf unterschätzte und diesen erneut ins eigene Tor lenkte - Wer nur an Sonnentagen geht, wird nie das Ende des Weges erreichen.

Auf ein Tor muss jedoch noch genauer eingegangen werden. In der 82. Minute wurde der eingewechselte Aussenverteidiger Hadzic von den menschlichen Urinstinkten getrieben und kombinierte sich mit seinen Mitspielern an der Seitenlinie nach vorne. Aufgrund der nicht mehr übermässig grossen Gegenwehr konnte er anschliessend in Arjen Robben Manier in die Mitte ziehen, einen kurzen Moment inne HALTEN, fasste sich ein Herz und hämmerte die Kugel aus fast 30 Meter unhaltbar in die linke obere Ecke. Tor des Tages! Da hätte selbst der ehemalige hoch gefürchtete Deitinger Torgarant Marc „Rüü" Rüetschli gestaunt und applaudiert – falls seine Hände ausnahmsweise nicht von einem kühlen Blonden blockiert gewesen wären. Den Schlusspunkt setzte in der 85. Minute noch der Jungspund G. Stampfli zum 9:2.

 

Fazit: Der geschwächte HSV wehrte sich lange, musste dann den Kräften trotzen und wurde von einer spielfreudigen Offensive Deitingens überrannt. Wenn's läuft, dann läuft's und dann gehen auch Schüsse rein, welche die Zuschauer zum Staunen bringen. Deitingen schliesst somit den ersten Teil der Saison 2017/18 ungeschlagen auf dem ersten Tabellenrang ab, weist einen Punkteschnitt von 2,33 Toren auf, hat 40 Tore geschossen und deren 12 erhalten, hat den liebsten Clubhauswirth der Schweiz und eine durchschnittliche Matchberichtlänge von eineinhalb-A4-Seiten. In diesem Sinne: danke fürs treue mitlesen. Auf bald.

PS. Falls jemand 9 Monate nach dem Vater Geburtstag hat, wäre die Frage nach dem Geschenk bestimmt amüsant.

 

FC Deitingen 9:2 (3:0) HSV Halten
Grabmatt, 130 Zuschauer

 

FCD: Kissling; S. Frei (77. G. Stampfli), Zuber (70. Bieri), Mühlethaler, Barrer; T. Stampfli (57. Hadzic), Roth, B. Frei, Murer; T. Stalder (77. Scheidegger), Flury

Tore: 1:0 Flury (14. Minute), 2:0 T. Stalder (29.), 3:0 T. Stalder (33.), 3:1 Frey (53.), 3:2 Jost (63.), 4:2 Schwaller (Eigentor, 66.), 5:2 Roth (72.), 6:2 Flury (75.), 7:2 Schwaller (Eigentor, 79.), 8:2 Hadzic (82.), 9:2 G. Stampfli (85.)

 

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