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Erfolge im Überfluss - bis zum Überdruss

Erfolge im Überfluss - bis zum Überdruss

Der Präsident eines Fussballklubs schiesst keine Tore und lockt niemanden hinter dem Ofen hervor – könnte man meinen. Beim ehemaligen FC-Basel-Präsident Bernhard Heusler sieht das ganz anders aus.

Bewertung:  / 6
SchwachSuper 

Im Topspiel der Englischen Runde der 3. Liga empfing die HNK Croatia die Deitinger. In einem sehr ansprechend anzuschauenden Spiel wurde den Zuschauern einiges geboten. War das Spiel in der der ersten Halbzeit noch mit Grosschancen auf beiden Seiten gespickt, zollten die Kroaten in der zweiten Halbzeit dem hohen Tempo ihren Tribut und Deitingen konnte das Spiel mit 2:0 für sich entscheiden.

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Die kroatische Offensive ist wie ein Löwe, gibst du ihm zu essen, isst er auch - gibt man der guten kroatischen Offensive Freiheiten, fressen sie dich nicht, aber sie machen was daraus. Doch Deitingen konnte mit ihrem System und Vorhaben viele Stärken des Gastgebers unterbinden. Die individuelle Klasse der einzelnen Protagonisten reichte jedoch trotzdem zu Grosschancen, welche Kissling alle zu Nichte machte. Die gefährlichen Ereignisse wechselten abwechslungsweise die Platzhälfte. Die grossen Chancen hatte die HNK ab der 20. Minute. Einen Schlenzer konnte Kissling in Extremis - den Ball noch gerade mit den Fingern so gestreift, als würde er eine Katze (4-beinig) streicheln - noch neben den Pfosten lenken. Anschliessend war es Krizanovic, welcher die Deitinger Eins umspielen wollte, doch das leere Tor ohne Ball vor sich hatte, da Kissling seine Arme am richtigen Ort hatte. Damit nicht genug. Nach zwei Strafraum Gewühlen konnte Kissling beide Mal die Schüsse von den heranstürmenden Gegnern entschärfen und somit die weisse Weste in diesem Spiel wahren.

Jeweils zwischen den Chancen der Gastgeber hatte auch der FCD seine sehr guten Chancen. Deitingen konnte sich teils mit präzisem Kurzpassspiel vor Tors kämpfen und zum Abschluss kommen. Den ersten Aufreger mit einem vermeintlichen Torjubel ertönte in der 12. Minute, als Torhüter Kristic einen Weitschuss durch die Beine passieren liess, diesen jedoch noch vor der Linie stoppte. Später war es Murer, der nach einem schönen Steilpassheber T. Stalders seinen Schlenzer elegant von Kristic gehalten sah. Weitere Schüsse und gefährliche Standards konnten nicht in zählbares umgewandelt werden und so pfiff der Schiri ohne Tore zur Pause.

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Die zweite Halbzeit wurde mit dem gleichen Effort geführt, jedoch liessen die Hochkaräter länger auf sich warten. Beide Teams neutralisierten sich geschickt. So dauerte es bis in die 57. Minute, als Zuber nach einem Einwurf die Kugel mit seiner Politur zur Führung köpfen konnte. Dies war der Startschuss für eine Druckphase der Gastgeber. Sie erhöhten ihre Ballbesitzstatistik, liessen jedoch die letzte Effizienz missen, oder das Schuhwerk von Petrovic harmonierte mit dem harten Untergrund so in etwa wie Donald Trump sich mit Martin Luther King verstanden hätte. Durch diese erhöhte Offensivbemühung kam Deitingen mit gefährlichen Nadelstichen zum Vorschein, verpasste das zweite Tor einige Male in bester Situation. Die grösste Chance hatte Zizak in der 79. Minute, doch sein Schuss flog knappe 3,4 cm neben dem linken Pfosten vorbei.

Die Solothurner mussten nun immer mehr riskieren, was der Deitinger Offensive Platz verschaffte. So war es dann auch Stampfli, der sich nach einem weiteren Sturmlauf mit T. Stalder durchkombinierte und abgebrüht – etwa so wie MacGyver aus einem Kaugummi, Paprikapulver, einem Zigarettenstummel und natürlich einem originalen Schweizer Taschenmesser eine Bombe basteln kann - neben dem Torhüter zur 2:0 Entscheidung einnetzte (84. Minute). Die Kroaten versuchten noch alles, konnten die nötige Finesse jedoch nicht mehr auf den Platz bringen. Das letzte Nervenflattern auf Deitinger Seite sorgte ein Freistosspfiff rund 18 Meter vor Kissling. «Fräncu, der kommt direkt, pass auf!», schrie es von der Bank. Der Versuch des Kroaten war dann jedoch so erfolglos, wie damals im ersten Polymech-Lehrjahr, als man geschickt wurde um ein neues Bläschen für die Wasserwaage zu holen. Aus, vorbei, Deitinger-Heiterkeit.

Fazit: Das Spiel könnte man aus aktuellem Anlass (trotz dem heutigen Ausscheiden) mit einem Duell zwischen Federer und Cilic vergleichen. Cilic, der 198 cm Hüne hat seine grossartige Aufschlagswaffe (HNK: ihre Offensive) gegen einen Federer, welcher sehr ausgeglichen ist. Nicht, dass hier der FC Deitingen mit dem wohl grössten Sportler des Jahrhunderts verglichen wird, doch die gesamte ausgeglichene Mannschaftsleistung war das Züngelchen an der Waage.
Wehrmutstropfen: Jungspund Eberhard, welcher zum zweiten Mal infolge in der Startformation stand, fiel in einem fairen Luftzweikampf mit Petrovic (Gewichtsunterschied gute 40 kg) unkontrolliert zu Boden und brach sich den Arm. Gute Besserung!

 

HNK Croatia 0:2 (0:0) FC Deitingen
Brühl Solothurn
120-200 Zuschauer (je nachdem in welche Richtung die Zuschauer des Nebenspiels Post vs. Gerlafingen schauten)

FCD: Kissling; Eberhard (15. Stampfli), Zuber, Mühlethaler, Hadzic; Roth, S. Frei; Flury, T. Stalder, Murer; Scheidegger

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