Der SCD geht mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause

Als letztes Team der Region schlossen am Samstag auch die Frauen des SC Derendingen ihr Herbstrundenprogramm ab. Nach einem souveränen 6:0-Sieg gehen sie in der Nationalliga B auf dem ausgezeichneten vierten Rang in die Winterpause.

Bei garstigem Wetter belohnten die Derendingerinnen die Zuschauer auf dem Solothurner Kunstrasenfeld mit einer starken Leistung für das Erscheinen zum letzten Meisterschaftsspiel des Jahres. Konzentriert in der Abwehr, lauffreudig im Sturm und zweikampfstark im Mittelfeld erfüllten sie ihre Favorittenrolle gegen Küssnacht von der ersten bis zur letzten Minute.

Der Match hatte alles zu bieten:  Einen schönen Schuss von Esin Bardakci ins Lange Eck zum 1:0, einen perfekten Lupfer von Corinna Saladin über die herausstürmende Torhüterin zum 3:0, ein spektakuläres Dribbling von Carla Hager und ein perfekter Pass in die Spitze, mit dem sie das 4:0 vorbereitete.

Zwischentief überwunden

Das es so geschmeidig lief, ist nicht selbstverständlich: Der SCD hatte nämlich nach dem Ausscheiden im Cup-Viertelfinal gegen die Grasshoppers ein Zwischentief mit Niederlagen gegen Worb und Thun erlebt. «Nach dieser Woche, in der wir extrem unten durch mussten, haben sich alle wieder zusammengerissen», fasste Trainer Urs Bühler diese Phase zusammen. «Am Donnerstag haben im Training wieder alle von der ersten bis zur letzten Minute konzentriert mitgemacht und das hat sich heute ausgezahlt.»

Es war also eines dieser seltenen Spiele, nach denen auch das kritische Auge des Trainers nichts zu kritisieren findet. «Ich bin nicht nur heute, sondern mit der Saison als ganzes absolut zufrieden. Wir haben gezeigt, dass wir in der Nationalliga B eine Topmannschaft sind.» Sechs Tore sprechen für sich. Vor allem, dass sein Team wieder «zu Null» spielte, habe ihn gefreut. «Mit diesem positiven Abschluss können wir den Schwung in die Winterpause mitnehmen.»

Diese dauert nur vier Wochen, dann werden die Derendingerinnen auf dem Kunstrasen in Burgdorf das Training wieder aufnehmen. Anfang Februar geht es ins Trainingslager nach Spanien.

Vielversprechende Zukunft

Es gibt viele junge Talente, aber nur wenige Frauen, die wie die jetzige SCD-Assistenztrainerin Andrea Vögeli während Jahrzehnten alles für den Fussball geben. Die SCD-Frauen sind die letzten, die in die Winterpause gehen und Mitte Februar beginnt die Meisterschaft bereits wieder. Ist das der Grund, weshalb so viele den Leistungssport früh wieder aufgeben? «Für mich war der Aufwand nie ein Problem», blickt Vögeli auf ihre lange Karriere zurück. «Ich würde es wieder so machen. Es ist schade, dass viele Frauen viel zu früh aufhören. Ich habe so viel Schönes im Fussball erlebt und wertvolle Erfahrungen fürs Leben gesammelt. Im Spitzenfussball hat man nur zehn Jahre, die man deshalb mit vollem Engagement geniessen sollte. In einem Chor singen, das kann man auch noch mit 70.»

Die Entwicklung des Frauenfussballs sei in den letzten Jahre sehr gross gewesen. Das heutige NLB-Team hätte vor 20 Jahren problemlos in der NLA mithalten können, meint die ehemalige Nationalspielerin und Schweizer Meisterin 2007 mit dem FFC Zuchwil. Andrea Vögeli traut den SCD-Frauen noch viel zu: «Die älteste ist 24, die jüngste 16 Jahre alt. Wenn dieses Team zusammenbleibt und sich alle weiter so einsetzen, dann ist in zwei, drei Jahren alles möglich. Sogar ein Wiederaufstieg in die Nationalliga A.»

Derendingen – Küssnacht 6:0 (2:0)

Kunstrasen Stadion Solothurn. – 80 Zuschauer. – SR Kocher. – Tore: 14. Bardakci 1:0. 37. Hager 2:0. 61. Saladin 3:0. 69. Bosshard 4:0. 73. Bühler 5:0. 79. Bühler 6:0.

Derendingen: Rytz; Suter (71. Bünger), Sommer, Müller, Kley; Schläfli (56. Saladin), Bardakci, Bühler, Hager; L. Imoberdorf (46. J. Imoberdorf); Bosshard (74. Kadriu).

NLB Frauen