Auf Augenhöhe gespielt und trotzdem ausgeschieden

Derendingens Frauen empfingen im Viertelfinal des Schweizer Cups die Grasshoppres aus der Nationalliga A und verloren unglücklich 0:1 wegen eines Penatlys.

«Es wird schwierig für uns, denn im Frauenfussball ist der Unterschied zwischen den höchsten beiden Ligen recht gross», wagte Derendingens Trainer Urs Bühler vor dem Cup-Viertelfinal gegen die Grasshoppers aus der Nationalliga A nur eine vorsichtige Prognose. «Wir wollen defensiv gut stehen und ganz einfach das Spiel geniessen. Ich hoffe, dass wir das Resultat möglichst lange offenhalten können.»

Und dann übertrafen die Aussenseiterinnen aus der Nationalliga B die Erwartungen des Trainers und der vielen Zuschauer sogar deutlich. In der ersten Halbzeit liessen die Derendingerinnen keine einzige nennenswerte Torchance der Gäste zu. Unter der Führung von Captain Rebeka Müller gewannen sie einen Zweikampf nach dem anderen. Sie machten die Räume eng und trieben die Grasshoppers zur Verzweiflung. So wurden die favorisierten Zürcherinnen zu aussichtslosen Steilpässen gezwungen, die immer wieder durch Selin Wegmüller oder Esin Bardakci abgefangen werden konnten.

Der Cup-Match lockte recht viel lokale Fussballprominenz ins Stadion und die Experten waren sich in der Pause einig: Die Derendingerinnen machen das ausgezeichnet, es ist nichts von einem Klassenunterschied zu sehen. Auf der anderen Seite war man sich im FCS-Stadionbeizli auch einig darüber, welche Gefahren lauern: «In solchen Spielen machen die Standards oft den Unterschied für den Oberklassigen», sagte zum Beispiel der frühere Bellacher Topskorer Daniel Fasnacht. «Dass die Derendingerinnen versuchen, von hinten herauszuspielen und aufzubauen, ist lobenswert und mutig. Aber sie bringen sich so selber ab und zu unter Druck, und das könnte gefährlich werden.»

Penalty war hart, aber gerecht

In der 57. Minute sollte Fasnacht mit seiner Analyse Recht bekommen. Nach einem Derendinger Querpass an die linke Seitenlinie machten die Grasshoppers die Räume zu und es kam zu einem Ballverlust. Eigentlich war es noch nicht einmal eine echte Torchance, aber ein Foul knapp innerhalb des Strafraums quittierte der gute Schiedsrichter mit einem Penaltypfiff. Die Maximalstrafe war sowohl streng und schmerzhaft als auch vertretbar. Laura Walker führte den Penalty perfekt aus und die Grasshoppers gingen in Führung.

Die Derendingerinnen behielten das Geschehen unter Kontrolle. Sie liessen nur noch eine Grosschance zu, als Goalie Martina Rytz Kopf und Kragen riskieren musste, um gegen eine heranstürmende Zürcherin zu retten. Auf der anderen Seite fehlte dem NLB-Team in der Offensive aber die Durchschlagskraft, die für den Ausgleich nötig gewesen wäre. Bezeichnend war ein vielversprechender Angriff über den rechten Flügel, als Corinna Saladin in die Mitte passte, wo Lumnije Kadriu direkt aufs Tor schiessen wollte, den Ball aber nicht richtig traf.

«Eine Verlängerung hätten wir verdient gehabt, aber wie es eben im Fussball ist, machen ein paar Kleinigkeiten den Unterschied aus», analysierte Trainer Urs Bühler den Cupmatch nach dem Schlusspfiff. «Wir brachten uns an der Seitenlinie selber unter Druck und daraus entwickelte sich die Szene, die zum Penalty führte.»

Trotzdem war er zufrieden. «Wir waren mental voll auf der Höhe und haben heute auf NLA-Niveau gespielt.» Zeit für Regeneration fehlt Nun geht es für die SCD-Frauen übermorgen Mittwoch auf dem Solothurner Kunstrasenplatz gleich weiter mit dem NLB-Spitzenkampf gegen Femina Worb. «Wir wollen gewinnen und unseren Spitzenplatz in der NLB behaupten. Denn dort ist unser Platz», wagte Trainer Urs Bühler einen Ausblick.

In der Nationalliga B werden diese Saison drei Vollrunden gespielt, was für die Derendingerinnen 27 Meisterschaftsspiele bedeutet. «Wir sind keine Profis. Alle arbeiten. Weil wir bis weit in den Dezember hinein spielen müssen, fehlt die Zeit für die Regeneration. Das führt zu mehr Verletzungen», meint Urs Bühler. Der Fussballverband sei gefordert, in der Nationalliga B der Frauen brauche es wieder eine deutlich längere Winterpause.

Derendingen – Grasshoppers 0:1 (0:0)

Kunstrasen, Stadion Solothurn. - 180 Zuschauer. - SR Özkan.

Tor: 57. Walker (Foulpenalty) 0:1

Derendingen: Rytz; Siepe (78. Suter), Sommer, Müller, Kley; Schläfli (72. Kadriu), Bardakci, Wegmüller, Hager; Bühler; Bosshard (81. Saladin).

NLB Frauen