Bellach siegt erst in der Nachspielzeit

Geschrieben von Lukas Walder

Im Kellerduell der sechsten Runde duellierten sich Aufsteiger Italgrenchen und Bellach. Mit 4, resp. nur 3 Punkten sind beide Teams nicht wunschgemäss in die Saison gestartet - wobei die Tabelle natürlich noch nicht sehr aussagekräftig ist.
Beiden Mannschaften gelang nun aber vor einer Woche im Solothurner Cup gegen unterklassige Gegner je ein klarer Sieg. Daher durfte man auf der Brunnmatt gespannt sein, wer den Schwung nun besser in die Meisterschaft würde mitnehmen können.

Den zweifellos besseren Start gelang der G.S. Italgrenchen. Schon nach zwei Minuten hätte es 0:1 heissen müssen: Minovski passte von rechts aus spitzem Winkel zur Mitte, wo Ivan Palermo seinen Abschlussversuch jedoch von Namensvetter Luca Palermo mirakulös pariert sah.
Die Gastmannschaft drückte auch nach dieser vergebenen Grosschance weiter nach vorne und profitierte immer wieder von Abspielfehlern der Bellacher Defensive. So z.B. in der 14. Minute, als Alimusaj einen Querpass Arifis "roch", alleine gegen den Bellacher Schlussmann loszog, den Ball jedoch deutlich über die Latte spedierte.
Quasi im Gegenzug hatte "Laufmaschine" Arifi selber eine gute Möglichkeit, doch sein Flachschuss aus der zweiten Reihe sauste knapp am Gehäuse vorbei.
Den zahlreich erschienenen Zuschauerinnen und Zuschauern wurde es zu keiner Zeit langweilig, gab es doch hüben wie drüben gefährliche Aktionen.
So auch in der 19. Minute, als Ital-Stürmer Alimusaj mit einem weiten Ball lanciert wurde. Goalie Palermo war allerdings rechtzeitig aus seinem Tor gestürmt und spitzelte das Leder weit ausserhalb des Sechzehnmeterraums aus der Gefahrenzone.
Auf der Gegenseite initiierte Hess über links einen gelungenen Angriff, spielte zurück auf den mitgelaufenen Schärer, welcher die Kugel wohldosiert in die Gefahrenzone flankte. Captain Marthaler schraubte sich zwar in die Höhe, traf den Ball aber per Kopf nicht wunschgemäss.

Der erste Treffer fiel schliesslich nach einem Elfmeter. Innenverteidiger Ammon stieg etwas zu ungestüm in einen Zweikampf im Sechzehner, was dem aus der Romandie angereisten Schiedsrichter keine andere Wahl liess, als einen Strafstoss zu geben. Der abgeklärte Grenchner Wolf liess sich diese Chance nicht nehmen und brachte seine Farben mit 0:1 in Front.
Kurz darauf lag sogar der zweite Ital-Treffer in der Luft: Nach einem rasch vorgetragenen Angriff von Sutter über die linke Seite kam Ivan Palermo nach einer gekonnten Körpertäuschung zum Abschluss, doch sein Geschoss prallte aus Sicht des Stürmers an den rechten Pfosten. Der Bellacher Keeper wäre machtlos gewesen.
Kurz vor der Pause - und nach einem weiteren Patzer in der Bellacher Hintermannschaft - hätte Italgrenchen zwingend den zweiten Treffer landen sollen.


Mit viel Elan startete das Heimteam in die zweite Hälfte. Der auf Bellacher Seite eingewechselte Vllasaliu bediente kurz nach Wiederanpfiff Stürmerkollege Fragale, doch Torhüter Leuenberger behielt die Oberhand. Knapp vor Ablauf der ersten 60 Minuten wechselte sich mit Alban Xhema einer der beiden Bellach Trainer selber ein - er sollte schon bald im Mittelpunkt stehen. Zunächst wog das Spiel jedoch weiter hin und her, beide Teams hätten etwas fürs Torverhältnis machen können.
Nach knapp einer Stunde Spielzeit unterlief einem Verteidiger der Heimmannschaft ein weiterer grober Schnitzer, doch Ammon konnte gerade noch rechtzeitig intervenieren.
Auf der anderen Seite zelebrierten die Bellacher Offensivleute ein gekonntes Direktspiel über mehrere Stationen, der bis anhin glücklos kämpfende Fragale scheiterte aber erneut im Abschluss. Dann endlich, in der 66. Minute fand Alessandro Fragale die Lücke und konnte zum vielumjubelten 1:1 einnetzen.
Der Torjubel war noch kaum verhallt, da wurde der eben erst gefeierte Torschütze im Strafraum regelwidrig gestoppt - Penalty. Alban Xhema übernahm die Verantwortung und es hiess plötzlich 2:1!

Italgrenchen hatte nun Mühe, nach diesem Doppelschlag wieder in die Gänge zu kommen. Bei einem der raren Gegenstösse nahmen die "Bäucher" einen Ital-Angreifer allerdings zu heftig in die Zange, was Schiedsrichter Smajli veranlasste, bereits den dritten Elfmeter auszusprechen. Giannini glich mühelos zum 2:2 aus.
Die meisten hatten sich nach Ablauf der 90 Minuten bereits mit einem Remis abgefunden, als der eben erst eingewechselte Bielmann nach einem Eckball Bellachs die Kugel tatsächlich zum 3:2 in die Maschen drosch. Ein Grenchner hatte das Spielgerät noch entscheidend abgelenkt.
Doch damit war noch nicht Schluss: in der 94. Minute erlief sich der erst 16-jährige, aber bereits sehr reife und robuste Finn Schranz einen fast bis zur gegnerischen Grundlinie weit geschlagenen Ball und hatte noch genügend Kraft, um über Leuenberger hinweg Fragale zu finden, der mit dem 4:2 den Sack endgültig zu machte!

Mit diesem Sieg haben sich die von Verletzungen geplagten Bellacher Mumm für den weiteren Verlauf der Saison geholt. Erfreulich ist auch, wie sich die jungen Spieler tadellos integrieren und selber bereits den einen oder anderen Akzent setzen können.
Italgrenchen spielte auf Augenhöhe mit den Bellachern. Mit etwas höherer Effizienz im Abschluss wäre heute aber sicher mehr dringelegen.

Bellach – Italgrenchen 4:2 (0:1)
Brunnmatt. – 70 Zuschauer. – SR Smajli/Abellan/Camargo.

Tore: 24. Wolf 0:1 (Foulpenalty). 66. Fragale 1:1. 69. Xhema 2:1 (Foulpenalty). 79. Giannini 2:2 (Foulpenalty). 91. Bielmann 3:2. 94. Fragale 4:2.

Bellach: Palermo; Büttler, Ammon, Brcina, Zekiri (90. Bielmann); Schärer (46. Vllasaliu), Hess (81. Kana), Arifi, F. Schranz; Marthaler (58. Xhema), Fragale.

Italgrenchen: Leuenberger; Sutter (58. Chirico), Nuhiu, Bajinovic, Conde; Capan, Wolf, Bur, Minovski (65. Giannini); I. Palermo (76. Caroli), Alimusaj.