Deitingen verpasst den Aufstieg

In einem hochstehenden und sehr anschaulichen Spiel konnte Deitingen ein weiteres Mal ihre unzähligen Chancen vor dem Tor nicht nutzen und muss schlussendlich den Aufstiegstraum für diese Saison begraben. Trotz übermässigem Chancenplus der Deitinger in der ersten Halbzeit konnte man sich nicht absetzen, wurde gegen den Schluss klassisch ausgekontert und unterlag Olten mit 1:4.

Kuno Launer sagt immer wieder, «irgendeinisch fingt s’Glück eim». Auch wenn es bei YB 32 Jahre dauerte, hatte er schlussendlich Recht. So dachten sich auch die Deitinger, dass nachdem man das Glück in den ersten beiden Spielen nicht gerade gepachtet hat, man doch einmal noch belohnt werden sollte. Das Spiel startete mit diesem Quäntchen Glück und Bieri leitete den Abend mit einem Kopftor bereits in der 2. Minute in die richtigen Bahnen für den FCD.

Eine 1:0 Führung ist jedoch etwa so vertrauenswürdig, wie wenn Boris Becker einer Frau sagt, er halte das Tuch, während sie sich dahinter umzieht. Aus diesem Grund wollte Deitingen direkt nachlegen. Mussten sie ja auch, wollten sie die eigene Kontrolle über den Aufstieg halten. Der Wille des Gastgebers an diesem Tag zum Sieg war noch grösser als der Wille Donald Trumps, den G7-Gipfelmächten einen in die Pfanne zu hauen. Mit grossem Druck kamen die Deitinger bis in die 20. Minute zu drei weiteren Topchancen, welche durch teils brillantes Zusammenspiel entstanden. Es hätte nach 20 Minuten gut 4:0 für Deitingen stehen können - doch alle scheiterten. Die beiden Stalder Brüder konnten im 1 gegen 1 den Oltner Torhüter und Mann des Spiels Büttiker nicht überwinden (5. und 18. Minute) und Hadzic sah vom selben Spielverderber den Ball mirakulös abgewehrt (15. Minute). Doch dies waren nicht einmal alle Chancen – doch es sollte nicht sein.

Auf der Gegenseite hatte man die Oltner Stürmer im Griff. Kein Ball musste Kissling im Deitinger Tor abwehren. Doch wer sie nicht macht, bekommt sie. Immer wieder diese dummen Fussballfloskeln, welche leider auch in diesem Spiel ihre Berechtigung des Daseins erhielten. In der 28. Minute kam der FCO zu einem Freistoss. Der hoch getretene Ball wurde von Mayer weitergeleitet und fand den Weg zu Rubino, welcher aus kurzer Distanz in die lange Ecke zum Ausgleich traf (28.). Die Anmerkung zur Abwehrquote Kisslings muss an dieser Stelle ja wohl nicht genannt werden.
Das Spiel flachte anschliessend ein wenig ab, wobei keine weiteren nennenswerten Aktionen mehr stattfanden.

Nach der wohl besten Halbzeit (mit Ausnahme der Chancenverwertung) des Jahres, konnte Deitingen zuversichtlich in die letzten 45 Minuten der Saison 17/18 blicken und wollte die «Fische versänke». Der Druck war riesig bei beiden Teams und dies wiederspiegelte sich in den zehn Minuten nach dem Wiederanpfiff. Niemand wollte ein grösseres Risiko eingehen und dadurch in Rückstand geraten. Doch auf Unentschieden zu spielen wäre für beide etwa so intelligent gewesen, wie ein Autowinterreifen Shop in Fuerteventura zu eröffnen. So entwickelte sich ein offener Schlagabtausch und im Minutentakt kamen die Zuschauer auf ihre Kosten. Deitingen war optisch gesehen näher am erneuten Führungstreffer, doch ganz zwingend war keine Chance. Deitingen riskierte immer wie mehr, sodass die neu eingewechselten Oltner in der Offensive mehr Freiheiten erhielten. So war es schon wieder (wie gegen Kestenholz) ein ehemaliger Lehrling von Kissling, welcher einen Konter mit einem Tor abschloss. Nikodijevic wurde in der 69. Minute steil geschickt, konnte von den Deitinger nicht mehr eingeholt werden und versenkte eiskalt zur Führung. Deitingen gab sich noch nicht auf und wusste, dass die Zeit noch reichen würde. Je länger das Spiel dauerte, desto offensiver standen die Wasserämter, wodurch der Gast bis zum Schluss noch zwei weitere Konter zum 1:4 Endstand nutzen konnte.

Fazit: Deitingen war bereit für das letzte und entscheidende Spiel und wusste von Anfang an, was sie zu tun haben. Doch es wollte nicht sein. Während der Meisterschaft wurden Tore am Laufmeter geschossen und dann diese verhexte Chancenauswertung. Die Köpfe der Chäswiler sind nun glücklicherweise nicht in den Sand gesteckt und man wird in der kommenden Saison einen neuen Anlauf starten. Es gilt an den Schwächen zu arbeiten. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans bekanntlich nimmermehr. Aufgrund des jungen Durchschnittalters ist die Hoffnung jedoch noch nicht ganz begraben.

 

FC Deitingen 1:4 (1:1) FC Olten II
Grabmatt Deitingen, 454 Zuschauer
FCD: Kissling; Steiner (68. Murer), Zuber, Bieri, Barrer; T. Stalder, Roth (75. G. Stampfli), Hadzic, T. Stampfli; R. Stalder, Flury

Tore: 1:0 Bieri (2.), 1:1 Rubino (28.), 1:2 Nikodijevic (69.), 1:3 Riso (86.), 1:4 Meyer (92.)

3. Liga, Gruppe 1

3. Liga, Gruppe 2