Deitingen verliert in Solothurn

Deitingen wird im Auswärtsspiel gegen die HNK Croatia gebremst und verliert gegen eine äusserst effiziente HNK Croatia 2:1. Deitingen hatte das Spiel über die ganze Distanz im Griff, liess nur zwei Torschüsse zu, welche aber beide von den Solothurner eiskalt genutzt wurden.


Es war kein Abend für die Deitinger Nerven. Die Kaltblütigkeit der HNK, der Ausfall von B. Frei wegen einer Zerrung in der 1. Halbzeit und das Unvermögen der Deitinger im Abschluss liessen den Abend in nicht allzu guter Erinnerung bleiben. Deitingen startete gut, konnte ihr Spiel aufziehen und nahm das Zepter von Beginn an in die Hand. Die ersten 15 Minuten liessen keinen Zweifel offen, wer in der Solothurner 3. Liga Gruppe den ersten Platz erreicht hat. Deitingen hatte mehrere Strafraumaktionen, wollte jedoch immer zu viel. So G. Stampfli, welcher alleine auf Kristic losziehen konnte, liess sich aufgrund des Hakens - damit er den Ball auf seinem starken rechten Fuss hat - vom Gegner einholen. Oft wurde es gefährlich im Kroatischen Sechzehnter, doch der letzte Wille und das Quäntchen Glück fehlten den Chäswiler.

 

 

Auf der Gegenseite kamen die Kantonshauptstädter ab der 20. Minute besser ins Spiel und versuchten spielerisch in die Offensive zu gelangen. Wenn es gefährlich wurde, ging es über den Kroatischen Captain. Petkovic die Dampflokomotive – nicht wegen seinem kraftvollen Körperbau, sondern wegen den mehreren Zigis, welche er vor den Spielen noch raucht – machte an diesem Tag mit zwei Assists den Unterschied. Den ersten lieferte er in der 25. Minute an Zizak, welcher sich im Zentrum gegen Bieri durchsetzen und aus der Drehung zur Führung einschieben konnte.
Deitingen war sich ihrer Stärke bewusst und liess sich nicht irren. Man zog das eigene Spiel weiter und erarbeitete sich mehrere Chancen. Die beste wurde Murer auf dem Silbertablett präsentiert, als er aus 12 Meter völlig frei zum Abschluss kam, aber den HNK Hüter abschoss (35. Minute). Nur wenige Minuten später kam der lange Bieri nach einem Freistoss am langen Pfosten aus kurzer Distanz zum Kopfball, vermochte jedoch nicht genügend Druck zu erzeugen, wodurch Kristic den Ball noch vor der Linie fassen konnte.


Im Ice Hockey wechselt man einen Torhüter aus, welcher unter die 85%-Fangquote fällt. Kissling im Deitinger Tor, schaffte es in der ersten Halbzeit ein weiteres Mal auf eine saubere 0%-Bilanz. Ein Schuss, ein Tor. Und die zweite Halbzeit liess seine Statistik nicht besser werden. Deitingen nahm sich viel vor, wollte mehr Entschlossenheit an den Tag legen und den Rückstand drehen. Es dauerte jedoch nur 2 Minuten nach dem Wiederanpfiff, bis der Gastgeber eine weitere Visitenkarte hinsichtlich Effizienz abgab. Eine Ballübernahme im Mittelfeld wurde direkt auf den Flügel zu Petkovic weitergeleitet. Mit dem Antritt eines alten Dieselmotors entwisch der Kroatische Captain den Deitinger und legte perfekt quer in den Strafraum, wo wieder zwei Deitinger zu spät kamen und Stjepanovic zur überraschenden 2:0 Führung einnetzten konnte. Eine sehr ärgerliche und unnötige – quasi wie Viagra, für Zuhause viel zu teuer und auswärts benötigt man es nicht - Rücklage, welche nicht ganz dem Spielverlauf entsprach.


Mit der doppelten Führung konnte sich der nicht allzu laufstarke Gastgeber immer wie mehr zurückziehen. Die Räume in der Deitinger Offensive wurden eng, die Deitinger Ballbesitzstatistik schellte jedoch wie die Wostok 1 (Rakete der ersten bemannten Erdumkreisung durch die Sowjetunion 1961) noch weiter in die Höhe. Der FCD musste sich zuerst zurechtfinden und wurde mehrheitlich durch die sonst so bewährten Standards gefährlich. Die grossgewachsenen und stämmigen Kroaten konnten die Situation jedoch oft gut entschärfen. Erst ab der 70. Minute, als die nicht ganz so durchtrainierten Führenden quasi stehend KO waren, kam die orange Angriffsmaschinerie ins Rollen. Von da an brannte es im Strafraum der Kroaten. Deitingen hatte fast im Minutentakt Chancen, welche selbst den grössten Pessimisten positiv gestimmt hätten. So kam es und der beste Torschütze der abgelaufenen Meisterschaft schaffte es, den Ball über die Linie zu befördern. Nach einem Gewühl im Strafraum fand Flurys Schuss den Weg durch mehrere Spieler hindurch zum Anschlusstreffen (79. Minute).



Genügend Zeit für ein weiteres Tor war noch vorhanden, Deitingen warf weiter alles nach vorne, aber mit jeder Aktion erhöhte Kristic im Tor der HNK die Zustimmung, dass er der Mann des Spiels werden soll. Gleich zwei Situationen hatte Deitingen, bei welchen sie je innerhalb von 10 Sekunden vier/fünf Torschüsse abgeben konnten, welche jedoch alle an Kristic oder dem Pfosten abprallten, von einem Gegner oder Mitspieler geblockt oder über den Ball geschlagen wurde. Längstens hätte der Ausgleich fallen müssen, doch das Glück war den Deitinger am heutigen Tag nicht hold. Die Kroaten hatten kaum noch einmal den Ball in der Deitinger Hälfte am Fuss und konnten sich nur selten etwas Luft zum Durchatmen verschaffen. Bis zum Schluss wurde alles in die Waagschale geworfen, doch man wurde nicht belohnt.

 



Fazit: Deitingen hatte das Spiel zwar über die volle Distanz im Griff und besass mehr als genügend Chancen das Spiel positiver zu gestalten, liess zu Beginn jedoch oft den letzten Biss und den absoluten Willen missen. Erst in den letzten 30 Minuten zeigte man auch das gewisse Etwas, die Tore über alles erzielen zu wollen. Doch ein Spiel gewinnt man nicht immer nur noch in den Schlussminuten.
Trotz nur einem Punkt nach zwei Spielen hat es der FCD im dritten und letzten Spiel weiterhin selber in den Füssen, den Aufstieg zu realisieren. Gewinnt Deitingen am Freitag gegen den FC Olten mit mindestens zwei Toren unterschied, kann der Aufstieg trotzdem noch erreicht werden. Doch für das muss eine grosse Steigerung an den Tag gelegt werden.


HNK Croatia 2:1 (1:0) FC Deitingen
Brühl Solothurn, 600 Zuschauer

FCD: Kissling; T. Stampfli (80. Hadzic), Bieri (74. Steiner), Zuber, Barrer; Murer (55. Arslan), B. Frei (43. R. Stalder), Roth, T. Stalder; G. Stampfli, Flury
Tore: 1:0 Zizak (25. Minute), 2:0 Stjepanovic (48. Minute), 2:1 Flury (79. Minute)