Deitingen mit Unentschieden gegen Kestenholz zum Auftakt der Aufsteggspiele

Bei prächtigstem Wetter konnten die Protagonisten von Deitingen und Kestenholz den Auftakt zu den Aufstiegsspielen vor 751 Personen bestreiten. In einem sehr intensiven und hartumkämpften Spiel endete das Spiel dank zwei Toren von Kestenholz mit 1:1. Deitingen schien fussballerisch die bessere Mannschaft zu sein, konnte aber weniger Akzente setzen.

«Nur die Müllabfuhr trägt Orange», hiess es im «Chest wood» Gäste-Fanblock auf einem Transparent. Diese Äusserung liess jemanden aufgrund von Nichtbeachtens sehr traurig werden, denn auch das Murmi auf Tele M1 trägt, ohne den Müll zu beseitigen, voller Stolz Orange. Nebensache.

Die Kulisse und die Stimmung waren einem Aufstiegsspiel würdig. Die Spieler beider Teams gingen mit grossem Respekt ins Spiel und die Bereitschaft zum Risiko ähnelte in den Startminuten dem Respekt gegenüber Frauen von Donald Trump. Beide Teams waren aufgrund der offensiven Ausrichtung und der Anfangsnervosität zu langen Bällen gezwungen. Kestenholz hielt in den ersten 20 Minuten wenig die Oberhand und kam in der 11. Minute zu ihrer besten Chance. Nach einem Corner köpfte ein Kestenholzer mit voller Wucht an die Querlatte. Der Abpraller landete anschliessend am Allerwertesten von Kissling, welcher sich innerlich schon die Antworten auf die unzähligen, sich anbahnenden Sprüche ausdachte. Doch es kam nicht so. Kissling, welcher mittlerweile auf dem Rücken lag, schaute Richtung Tor und sah das weisse Runde im Augenwinkel oberhalb seines Kopfes und beförderte in Extremis die Kugel weg von der Torlinie. Wie dies ganz genau ablief, wusste er selbst nicht. Doch es sah sehr gekonnt aus, diese Wisch-Wink-Armbewegung ähnelte sehr der Bewegung, wenn man von weitem bei der Bar noch ein Bier bestellt.

«Das ist ein typisches Aufstiegsspiel. Wir sind der Favorit und Kestenholz kann auswärts befreit aufspielen», analysierte Erich Hert das Geschehen in der Halbzeit. Es war sicher tortechnisch nicht das schönste Spiel für die Zuschauer, doch es war sehr hart, aber immer sehr fair geführt. Bei den Deitinger hingegen schlichen sich haarsträubende Passfehler ein. Fehler die nicht einmal Maradona mit seinem grossen Bauch, unter welchem mittlerweile der ganze Argentinische Nationalzirkus auftreten könnte, unterlaufen wären. Diese Ungenauigkeit verhinderte es dem Heimteam ihr Spiel aufzuziehen. Erst nach der Hälfte von Durchgang eins fing sich die Hert Truppe und konnte auch Akzente in der Offensive setzen. Die beste, aber fast einzige Szene hatte G. Stampfli, der nach einem Steilpass einen halben Meter später als FCK Torhüter Kaufmann zum Ball kam.

Als sich die ersten 45 Minuten dem Ende zuneigten, beschenkte der FCK seinen Fanblock noch mit der Führung. Einen Freistoss knapp vor der Mittellinie spedierte Zuber aufgrund der nicht achtsamen Mitspieler Flury und B. Frei zum Gegner, welcher blitzschnell zum Konter ansetzte. Der Steilpass auf den jungen Schneider wollte er in vollem Gange zu einem seiner beiden im Zentrum parat stehenden Mitspieler flanken, wobei ihm die Kugel über den Rist ging und diese direkt via hinterer Pfosten ins Tor spedierte (45. Minute). Viel hat Kissling in Kaffeemaschinen spezifische (Schaerer, swiss coffee competence – Vorsicht Schleichwerbung) Lehrlings-Ausbildung von Schneider investiert und dies scheint der Dank zu sein. Die Note der IPA ist glücklicherweise noch nicht in Stein gemeisselt.

 

Die zweite Hälfte präsentierte sich im Deitinger Gewand. Die Gäuer standen tiefer und wollten nicht um jeden Preis den zweiten Treffer erzielen. Dadurch kam Deitingen in ihr Spiel. Der Ball lief besser und genauer, wobei man oft Druck auf Kaufmann erzeugen konnte. Das erste Highlight nach dem Seitenwechsel hatte G. Stampfli in der 51. Minute, welcher nach einer wunderbaren Ballstafette alleine auf Kaufmann geschickt wurde, aber scheiterte. Dies hätte der Ausgleich sein sollen. Deitingen drückte und drückte, konnte aber nicht reüssieren. Wer sie nicht macht, bekommt sie normalerweise – doch man konnte auf die Mithilfe des zum Glück nicht mit Strafzöllen belegten Deitinger Aluminiums zählen. Tim Kissling konnte in der 74. Minute alleine auf seinen Namensvetter losziehen, traf aus 16 Meter jedoch nur die Lattenoberkante.

Die Apokalypse nähert sich langsam aber sicher. Deitingen war definitiv am Drücker und es war eine Frage der Zeit, wann der Ausgleich fallen würde. Darauf stellte sich jedoch eher die Frage, ob die noch vorhandene Zeit reicht. Der eingewechselte T. Stampfli hatte noch Power à la Duracell Häschen in den Beinen und sorge für grossen Druck über die rechte Seite. So kam die 86. Minute, in der der flitzige Stampfli der Gästehintermannschaft entwischte, zur Grundlinie lief, die Kugel mit einer Geschwindigkeit eines TGVs zur Mitte passte, wo der Tagesunglücksrabe Von Arx ins eigene Tor zum Ausgleich einnetzte. Auch Deitingen trägt Orange! Zwar hob der Linienrichter noch die Fahne aufgrund eines vermeintlichen Offsides von Arslan, aber der souveräne Hauptschiedsrichter Yücetürk klärte die Situation, da der Deitinger nicht ins Spielgeschehen eingriff.


Die Zeit war noch vorhanden, dass die zahlreichen Zuschauer noch mehr Spektakel erhielten. Die Kestenhölzer waren nach diesem späten Gegentreffer sichtlich geschockt und konnten den Hebel, nachdem sie schon die ganze zweite Hälfte nicht mehr viel fürs Spiel taten, nicht mehr umschalten. So ging es keine zwei Minuten, bis das nächste Raunen durch die Zuschauer ging. Der auffällige Flury entwisch demselben Aussenverteidiger, legte gleich wie Stampfli zuvor quer zum völlig freien T. Stalder, welcher jedoch die Kugel übers leere Tor drosch.

 

Fazit: Deitingen war über das ganze Spiel gesehen besser, konnte aber zu wenig entscheidende Akzente setzen und muss froh sein, dass doch noch ein Punkt drin lag. Kestenholz kämpfte während den ganzen 90 Minuten unermüdlich und störte die Deitinger früh, was ihnen oft Mühe bereitete. Dank einem 1:1 Unentschieden im anderen Spiel zwischen Olten und der HNK Croatia ist die Ausgangslage weiterhin völlig offen.


FC Deitingen 1:1 (0:1) FC Kestenholz
Grabmatt Deitingen, 751 Zuschauer
FCD: Kissling; Eberhard, Zuber, Bieri, Barrer; T. Stalder, B. Frei, Murer, Flury; R. Stalder (68. T. Stampfli), G. Stampfli (51. Arslan)

Tore: 0:1 Nils Schneider (45.), 1:1 Eigentor FCK (Von Arx, 86.)

 

Fotos: Grosses Dankeschön an Tobias Frei