Deitingen gelingt in Rüttenen mit Dusel der Abschlusssieg

Im letzten "normalen" Meisterschaftsspiel stand eigentlich nichts mehr auf dem Spiel, doch beide Teams wollten sich zum Abschluss noch einmal beweisen. Deitingen war gewillt den Lauf fortzuführen und wollte den Sieg unbedingt. Rüttenen seinerseits fühlt sich auf der heimischen Galmis wohl und wollte seinen Trainer Braun mit einem Sieg verabschieden.

Bei den Spielen in Rüttenen im wunderschönen Naturschutzgebiet erübrigt sich quasi das Einlaufen immer noch, da sich die Spieler nach dem Umziehen auf einen halben Marathon begeben müssen, bis sie die Sportanlage auffinden. Warm waren die Spieler an diesem Tag sowieso, da das Quecksilber gute 28 °C im Schatten anzeigte. Hitzige Sache meteorologisch gesehen - resultatmässig eher eine klare Sache bis zum Pausenpfiff. Deitingen zog alles andere als ihren besten Tag ein, konnte jedoch bereits in den Startminuten den noch schlafenden Rüttenern zeigen, wer verdient auf dem ersten Tabellenrang steht. Mit viel Druck erarbeiteten sie sich sehr schnell gefährliche Aktionen vor Lüthi im Heimtor, wobei Flury nach drei Zeigerumdrehungen mit seinem 17. Saisontor zum Torschützenleader Frick von Ital gleichzog. Nachdem Rüttenen die Kugel eigentlich aus der Gefahrenzone befördern konnte, schaffte es die FCR Strumspitze Meister von der Mittellinie, den gewollten Steilpass so zu penetrieren, dass er Flury in der Gegenrichtung alleine auf Lüthi schickte. Alle waren sich bewusst, dass das wohl die kurioseste Fussballszene des Tages sein muss – doch der Champions League Final war zu diesem Zeitpunkt ja noch nicht angepfiffen.

Deitingen und Rüttenen machten gleich weiter - Deitingen spielte in die Offensive, wobei sie vom Heimteam tatkräftig mit haarsträubenden Fehlpässen unterstützt wurden. Keine 8 Minuten waren gespielt und Rüttenens scheidender Trainer Braun hatte vor Wut an der Seitenlinie gefühlt schon mehr Laufmeter abgespult, als Mo Salah dies am Abend tun wird. Anstelle zwei hundertprozentigen Geschenke anzunehmen, reüssierte der Pechvogel Meister vom 1:0 nach einer tollen Vorarbeit seines Mitspielers in der 9. Minute zum Ausgleich. Deitingen liess es an diesem Tag bei der sonst guten Defensivarbeit schleifen. Der nötige Biss fehlte, den Gegner liess man auf dem kleinen Platz gewähren und bat ihn teilweise sogar, drei Deitinger hintereinander auszunehmen. Schlechtes Abwehrverhalten – einigermassen gute Chancenausnutzung. Deitingen war nicht sichtlich besser, doch bis zur Pause klingelte es weiter im Tor des Gastgebers. So war es Mühlethaler - welcher so kräftige Oberschenkel hat, dass man darauf mit einem Zelt übernachten könnte – der nach einem perfekten Murer-Corner zur erneuten Führung einköpfte (18. Minute). Das Spiel beinhaltete viel Offensivaktionen, wobei kurz vor der Pause der Aufstiegsspieleteilnehmer mit einem Doppelschlag durch Flury (41. Minute – Führung in der Torschützenliste!) und Roth (43. Minute – hochpräziser Spitzgaggu) klare Verhältnisse schafften.

 

 

 

Trainer Hert wechselte in der Pause auf vier Positionen. Die frischen Leute liessen sich in der Folge aus dem Konzept bringen und Rüttenen war klar die bessere Mannschaft. Mal für Mal musste Hulliger im Deitinger Tor intervenieren. Rüttenen liess den Ball gut zirkulieren und kreierten einige Chancen – vorerst jedoch ohne Erfolg. Deitingen machte nicht mehr viel fürs Spiel und die Positionen wurden nicht mehr konsequent gespielt, sodass grosse Lücken entstanden. Es war eine Frage der Zeit, bis ein Rüttener in Ribéry Manier «juuubeeeel» schreien konnte. Als Dank der grosszügigen Unterstützung der Rüttener in Umgang eins revanchierte sich Steiner in Schwingermanier mit einem perfekt ausgeführten «Wyberhaken» (wie lange dieser Schwung wohl in der heutigen Gender-Zeit noch genannt werden darf?) im Strafraum. Den Penalty verwandelte Müller zum 4:2 so abgebrüht, wie er sonst die Chopfab’s im Red John (Vorsicht Schleichwerbung) zapft (62.). Deitinger erwachte anschliessend nicht aus der defensiven Haltung und es kam, wie sich das kein Trainer nach einer 4:1 Führung wünscht, und Meister konnte mit seinem zweiten Treffer zum 3:4 die Spannung endgültig zurück ins Spiel bringen (68.).

Nun brannte es für die Deitinger auf der Galmis – sinnbildlich, nicht wie im beliebtesten Freizeitpark Europas – und man konnte glücklich sein, dass der Gastgeber die ihm sich bietenden Chancen nicht zum Ausgleich nutzten. Es dauerte dann bis in die 80. Minute, bevor sich auch die Deitinger wieder fingen und sich in der gegnerischen Hälfte in Szene setzten konnten. Braun stellte schlussendlich noch auf eine 3er-Abwehr um, wobei die Deitinger zum Kontern kamen. Den ansehnlichen Schlusspunkt setzte der junge Tim Stampfli, der sich auf dem Flügel über das halbe Feld vorkämpfte und Lüthi in seiner nahen Ecke in den langen bezwang, da dieser viel zu früh auf den Querpass spekulierte.

 

Fazit: Trotz schlechter Leistung konnte man glücklicherweise einen versöhnenden Meisterschafsabschluss erzielen. Nun gilt es den Fokus voll und ganz auf die anstehenden drei tollen Fussballspiele zu legen, welche man in ein grosses Fest umwandeln will.

 

FC Rüttenen 3:5 (1:4) FC Deitingen

Galmis Rüttenen, 80 Zuschauer

FCD: Hulliger; S. Frei (29. Eberhard), Mühlethaler (46. Hadzic), Zuber, Barrer (46. Steiner); Flury, Roth, Murer, T. Stampfli (46. Thomann); Arslan (46. Nesti), G. Stampfli

Tore: 0:1 Flury (4.), 1:1 Meister (9.), 1:2 Mühlethaler (18.), 1:3 Flury (41.), 1:4 Roth (43.), 2:4 Müller (Penalty, 62.), 3:4 Meister (68.), 3:5 T. Stampfli (90.+3)