Deitingen dank Köpfchen zum Arbeitssieg gegen Juve Dulliken

Erster gegen Letzter hiess die Affiche zum Rückrundenstart. Deitingen in der klaren Favoritenrolle benötigte seine Zeit, bis die Gunst der Stunde auf ihre Seite fiel. Mit viel Mühe und aufgrund grosser italienischer Gegenwehr war das Spiel bis zum Schluss spannend. Dank drei Kopfballtoren siegt Deitingen schlussendlich auswärts in Dulliken mit 3:1.

Ja, als Entschuldung gilt das sehr schlechte Terrain auf der Sportanlage Ey nicht, doch Deitingen benötigte gut 25 Minuten, bis sie merkten, dass das noch im Trainingslager schön zelebrierte Kurzpassspiel zu dieser Jahreszeit in der Schweiz nicht passt. Trotz Überhand zu Beginn des Spiels und einer Kopfball-Topchance Flurys aus 2 Meter vor dem Torhüter (8. Minute) hätte man in den anschliessenden 20 Minuten wohl falsch getippt, wenn man nicht wissend auf den Tabellenführer hätte tippen müssen. Deitingen brachte sich immer wieder in Eigenschwierigkeiten und baute dadurch den Gegner auf. Doch auch Dulliken trug seinen Anteil dazu bei. Das Verhalten in dieser Phase war alles andere als das eines Schlusslichts mit nur 4 Punkten aus 12 Spielen. So war es auch, dass Niederer - der auffälligste Dulliker an jenem Abend – mit einer sehenswerten Direktabnahme Kissling zur Glanztat zwang. Doch die Gefahr war beim anschliessenden Corner weiter vorhanden. Ein Flipperball im Deitinger Sechzehner landete schlussendlich vor Bajrami, der zur Führung einnetzte (21. Minute).

Man kann den Wind nicht ändern, jedoch die Segel drehen. Den Deitinger war nun klar, dass durch spielerische Ansätze zu wenig herausschaute und die Brechstange ausgepackt werden muss. Oft so ästhetisch wie ein Nashorn Seil springt, schickte man die schnellen Spitzen in die Tiefe. Nach einigen aussichtsreichen Chancen - wo oft die letzte Genauigkeit fehlte - war es nach einem Flury-Rush seine Traumflanke auf den zweiten Pfosten, wo Arslan keine Mühe hatte, vor der Pause noch zum Ausgleich zu treffen (43.).

Direkt nach der Pause konnte man gleich weiterfahren und ein Corner brachte die Führung der Gäste. Währenddem der Dulliker Torhüter noch mit sich und dem Schiedsrichter haderte, bediente Simon Frei – der Schreiner, ihr Macher! – Flury perfekt und dieser köpfte Adonis-mässig zur Führung ein.

Deitingen hatte chancenmässig gesehen weiterhin eindeutig die Hosen an. Doch scheiterten sie im ganzen Spiel insgesamt vier Mal an der Torumrahmung und am eigenen Unvermögen, konnten weiter und weiter nicht das dritte Tor erzielen und so blieb es spannender als gewünscht. Dulliken war längst nicht mehr in der Lage die Deitinger mit grossem Druck an die Wand zu spielen, doch die Verhältnisse liessen immer eine Ungeschicktheit zu. So war es S. Frei, der einen Ball dermassen überschätzte, dass er den gewollten Kopfball so tief ansetzten musste, dass er seine Stirn fast an seinem grossen Zehen anschlug und dadurch den Dulliker Stürmer direkt steil schickte, der anschliessend nur wenige Centimeter vor dem Strafraum durch ein Foul gestoppt werden konnte. Spannung pur war auf der Sportanlage Ey zu spüren, da diese Freistossdistanz normalerweise für Juve immer ein Tor bedeutet. Doch das Glück der Deitinger war, dass dies für Turin und nicht für Dulliken gilt. Der Freistoss wurde dann auch knapp übers Tor an den Ballfang spediert.

Ganz nach dem Motto «steter Tropfen höhlt den Stein» schickte Deitingen den frischen Barrer in der 87. Minute in die tiefe, der sich durchsetzen und alleine Fahrt Richtung Torhüter Gisi nehmen konnte. Dies musste es doch sein. Doch so unberechenbar wie das Terrain war, konnte alles passieren. «Ich wollte ihn ganz leicht am Goalie vorbeischieben», erklärte Barrer dem Stadion-TV nach dem Spiel die Aktion. Erwartung und Realität liegen halt im Leben oft weit auseinander und so knallte Barrer die Kugel gewaltvoll an die Unterlatte. Doch freuen konnte er sich trotzdem. Der Deitinger Aktivposten Flury war zur Stelle, staubte ab und erzielte sein zweites Kopftor des Tages. Das war dann die Entscheidung und dies fand die Hälfte der Anwesenden gut so. Anders ist das ja beim Mobbing, dies finden 9 von 10 gut.

Fazit: Genau solche Spiele kann es um diese Jahreszeit geben, wobei es gemäss grösster Weisheit gilt, dass man einfach gewinnen muss. Es war ein harter Arbeitssieg, der im Nachhinein viel Freude bescherte.

 

FC Juventus Dulliken 1:3 (1:1) FC Deitingen

Sportanlage Ey, Dulliken, 35 Zuschauer

FCD: Kissling; Stampfli, Zuber, Bieri, S. Frei; Huser (80. Hadzic), Roth, Günther (46. Eberhard), Murer; Flury, Arslan (72. Barrer)

Tore: 1:0 FCJD (21. Min.), 1:1 Arslan (43.), 1:2 Flury (50.), 1:3 Flury (87.)

3. Liga, Gruppe 1

3. Liga, Gruppe 2