Deitingen verliert Derby in Subingen

Das Spiel zwischen Subingen und Deitingen bot alles, was ein Derby bieten muss: perfektes Vorsommerwetter (sollte Mitte Oktober jedem zu denken geben), Führungswechsel, verschossener Penalty, viele Zuschauer, Spannung bis zur letzten Sekunde und nur einen Sieger. Nach einer Führung verpasste es Deitingen das Score trotz Topchancen zu erhöhen und musste in der Spielschlussphase noch zwei Gegentreffer einstecken.

 

Subingen startete besser ins Spiel und es brannte schon wieder vor Kissling. Im Vergleich zum Samstagmorgen war es zwar kein Auto direkt unterhalb seiner Wohnung in der Solothurner Altstadt. Doch Misteli war es, der die Deitinger Nummer 1 bereits in der 3. Minute prüfte. Nur wenige Zeigerumdrehungen später versuchte es Pauli mit einem satten Distanzschuss, welchem Kissling ebenfalls Herr war. Deitingen überstand diese erste Phase und übernahm anschliessend das Zepter. Deitingen liess den Ball schöner zirkulieren und kam mit dem ersten richtigen Torschuss in der 19. Minute zum Volltreffer. Stalder schaltete bei einem Freistoss schneller als die mit dem Schiedsrichter hadernden Subinger, schickte Roth in die Tiefe, welcher einen Kanonenschuss Richtung Fünfmeterraum abfeuerte. Diese Hereingabe fand den anstürmenden Flury, welcher in Peter Crouch Manier das Leder in die Maschen hämmerte. Von der Führung beflügelt suchten die Gäste den zweiten Treffer. Derweil merkte man dem FCS die Verunsicherung an. So war es Goalie Witmer, welcher sich vom ungewöhnlichen Wetter total irritieren liess. Bei diesen Wetterkapriolen könnte es auch der 6. Dezember sein und die Subinger Nummer Eins verteilte durch einen missratenen Abstoss dem Deitinger Stürmer Stalder ein Geschenk. Stalder reagierte jedoch aus 25 Meter zu überhastet und versuchte direkt den Lobb, welcher das Tor knapp verfehlte. Die Marschrichtung änderte sich jedoch bis zur 24. Minute nicht. Nach einer tollen Ballstafette wurde Stalder Steil geschickt, wo der Sensenmann Sterki auf ihn wartete. Als hätte er eine Lehre bei Sturm Lothar gemacht, fällte er Stalder als wäre er ein Strohhalm: Penalty. Der sonst sichere Wert Steiner schnappte sich in der Heimatstätte seiner Frau die Kugel, konzentrierte sich, schoss platziert, aber zu wenig stark in die linke untere Ecke, wo Witmer’s Hand war.

Subingen hatte zwar weniger vom Spiel, aber kam trotzdem zu ihren Chancen. Immer wenn‘s gefährlich wurde, lief das Spielgerät über Captain Misteli oder den grossgewachsenen Stürmer Widmer. Die beste Chance vergab der Teamleader mit einem Schlenzer neben den längeren Pfosten.

 

 

Die zweite Halbzeit startete fulminant, wobei Kissling kurz nach Wiederanpfiff den Abschluss des Heranstürmenden Widmer in Extremis zum Corner lenken konnte. Die Dominanz der Deitinger war in Umgang zwei nicht mehr zu sehen. Subingen hatte mehr Ballbesitz und tat mehr fürs Spiel. Die Chance der Deitinger blieb aber auf Konter. So war es der noch frische G. Stampfli, welcher perfekt von seinem jungen Alterskollegen Huser in die Tiefe alleine auf Witmer geschickt wurde. Idealer Laufweg, genaues Timing, doch der Abschluss direkt auf den Torhüter.

 

Die zweite Halbzeit Schritt vor sich hin und der ausgewechselte Subiger Misteli feuerte sein Team von der Bank mit den Worten „hopp Subige“ an, genau wie damals, als er eine Saison in Deitingen absolvierte, wo er seine Orangen Mitspieler während eines Einsatzes fälschlicherweise mit jenem Ausruf pushen wollte - lange ist’s her. Trainer Fasnacht konnte seine Offensive noch mit einer neuen Kraft – dem Rübenroder Rauscher – verstärken, welcher sich versuchte in Szene zu setzen. Nach einem ersten aussichtsreichen Abschluss konnte die Kugel gerade noch vom anstürmenden Hadzic abgewehrt werden (74. Minute). Der zweite Versuch Rauschers liess dann die anwesenden Gastgeberzuschauer erheitern. Mit der Präzision einer Gotcha-Pistole vom Samstägigen Wochenmarkt in Ponte Tresa erzielte er freistehend aus 8 Meter via Kisslings Schulter den Ausgleich. Deitingen war nicht mehr in der Lage eine Schippe draufzusetzen, doch konnte die Offensive durch Huser, G. Stampfli und Flury weiter ab und zu Nadelstiche setzen. Doch an diesem Tag wollte es nicht und man scheiterte meist am eigenen Unvermögen.  Nach dem Ausgleich und dem Verlauf der zweiten Halbzeit hätten die Gäste den Punkt wohl unterschrieben. Man mobilisierte dann noch die letzten Kräfte und lief dummerweise in einen Konter. Die Subinger kombinierten sich mit viel Platz in der Offensive aussen durch und schickten ihren Flügelflitzer steil an die Grundlinie. Den satten, flachen Querpass erwischte T. Stampfli am zweiten Pfosten vor allen anderen und wollte zur Befreiung weiterleiten. Doch Hunziker schmeckte dies - oder konnte einfach nicht mehr bremsen - und hielt seinen Fuss an die richtige Stelle zur Führung. Die verbleibende Zeit reichte den Deitinger nicht mehr zum Reagieren und musste somit ohne Punkte abreisen.

 

Fazit: Wer sie nicht macht, bekommt sie. Wie das Spiel ausgegangen wäre, wenn man die sicher geglaubten Chancen hätte verwerten können, weiss man nie. Doch Subingen legte in der zweiten Halbzeit den grösseren Willen an den Tag und gewinnt schlussendlich verdient das prestigeträchtige Wasserämter Derby.

 

FC Subingen 2:1 (0:1) FC Deitingen

Affolter Subingen, 190 Zuschauer

FCD: Kissling; Hadzic, Zuber, Bieri, Steiner (X. Huser); Roth, Murer; T. Stampfli, Arslan (G. Stampfli), Flury; R. Stalder

Tore: 0:1 Flury (19. Minute), 1:1 Rauscher (78.), 2:1 Hunziker (86.)

Bemerkung: Deitingen verschiesst Penalty in 26. Minute

3. Liga, Gruppe 1

3. Liga, Gruppe 2