Deitingen schiesst sich in die Aufstiegsspiele

Mit einer überzeugenden Mannschaftsleistung gewinnt Deitingen im Derby gegen Gerlafingen. Flury macht mit zwei Toren und einem Assist in der ersten Halbzeit alles klar, sodass Deitingen einen ruhigen Sonntag verbringen kann.

"Wer Menschen Vertrauen entgegenbringt, handelt, als ob er der Zukunft sicher wäre" – im Sinn diesem Zitat stieg das Deitinger Fanionteam ins Spiel und trat als eine kompakte Einheit auf. Man war sich der Situation bewusst, dass man sich mit einem Sieg definitiv für die angestrebten Aufstiegsspiele qualifizieren kann.

Mann der ersten Halbzeit war der eiskalte Flury, welcher die beiden ersten Tore und das dritte vorbereitete – notabene in 37 Minuten. Gerlafingen befand sich im goldigen Nichts in der Tabelle. Der Abstieg ist kein Thema und die Aufstiegsspiele konnten auch nicht mehr erreicht werden. Für Deitingen stand hingegen fast soviel auf dem Spiel, wie wenn sich in den nächsten Tagen Kim und Donald gegenüberstehen. Die Auswirkungen auf die Weltbevölkerung sind zwar nicht ganz dieselben, jedoch würde Dolf Ogi der Nation bei positivem Abschluss so oder so «Freude herrscht» zurufen. Gerlafingen war jedoch in den Startminuten gewollt, nicht einfach nur noch ein unbedeutendes Spiel zu bestreiten, hielt gut entgegen und liess fast keine Chancen zu. Deitingen liess die Kugel schön laufen und spielte sich mit jeder Minute besser ins Spiel hinein, bis Flury zum Zug kam. Der erste Streich gelang ihm in der 24. Minute, nach einem von seinen Hinterleuten perfekt getimten Zuspiel in die Tiefe, nahm die Kugel gekonnt mit und überwand den herausstürmenden Csako im Gerlafinger Tor das erste Mal (24. Minute). Deitingen drückte weiter, war hochkonzentriert, quasi für einmal vollständig - nicht bezogen auf die Deitinger Jungs, da ständig voll (Vorsicht Wortspiel) – sondern sie waren sich voll und ganz ihrer Sache bewusst. Gewillt das Score auszubauen, drückte der Gast weiter und Flury reüssierte nach einem Ball-schiebe-Pass von Roth erneut aus halbrechter Seite. So solls weiter gehen, dachten sich die mitgereisten Deitinger Fans, wobei sie sich ein sehr seltenes Mal auf die Chancenauswertung ihrer Jungs verlassen konnten. Es dauerte keine 60 Sekunden und die Orangen mit den heute sehr passenden roten Stulpen (der Schiri wollte zurecht die Füsse unterscheiden können – ein Dank an die Gerlafinger für die nostalgische Ausrüstung) konnten sich erneut umarmen. Flury erkämpfte sich gegen die nicht sehr schnelle Verteidigungslinie den Ball in der Tiefe, legte zurück auf T. Stalder, der trocken in die lange Ecke einnetzte. Dies war nun der Knick des Gastgebers und in der ganzen ersten Halbzeit hatte Kissling gleichviel Langeweile wie ein Eisbären-Chirurg in Madagaskar.

Die gute Ausgangslage verbesserte G. Stampfli quasi mit dem Pausenpfiff zum 4:0. Stampfli wurde perfekt in die Schnittstelle angespielt, umlief die Gerlafinger Nummer 1 und netzte ungewohnt abgebrüht ins leere Tor ein.

Den Tag soll man nicht vor dem Abend loben. Die Deitinger waren sich ihrer Paradedisziplin «gerate ins Zittern nach voller Dominanz» bewusst und wollten dies ihren Müttern am Muttertag zuliebe mal unterlassen. So drückte man nach Wiederanpfiff direkt aufs Gaspedal und konnte die Sache mit dem 5:0 erneut durch G. Stampfli definitiv abhaken (49.). Das Spiel bot in Umgang 2 nicht mehr ganz so viel Tempo, jedoch weiterhin einige Torchancen für die Zuschauer. Gerlafingen konnte sich im weiteren Verlauf dann auch noch auszeichnen. Namentlich Kurt Kirchhofer, der Aussenverteidiger mit steigendem Offensivdrang, stürmte samt Ball in den Deitinger Strafraum vor, wo er beim ersten Mal aus kurzer Distanz an Kissling scheiterte. Der Abpraller konnte Kirchhofer jedoch mit dem «Spitzgaggu» im Fallen zum Ehrentreffer umwandeln. Die Tatsache, erneut nicht zu Null spielen zu können ernüchterte die Deitinger keines Wegs und mit dem direkten Gegenangriff konnte der 5-Torevorsprung wiederhergestellt werden. Der linke Flügelflitzer Thomann kämpfte sich durch zwei Gerlafinger bis zur Grundlinie vor, wo er mit einer so abartig perfekten Flanke – da hätte sich sogar die Queen beim Tee trinken verschluckt – Huser bediente, welcher aus 2 Meter nur noch seinen Kopf hinhalten musste (69.). Aus die Maus – Aufstiegsspiele ahoi.

Fazit: Endlich einmal konnte die Mannschaft von Trainer Hert das ganze Spiel lang überzeugen. Man hat aus der Vergangenheit gelernt und wollte sich nicht wieder in eine ähnliche Situation begeben, wo man bis zu letzten Minute bibbern muss. Dank diesem Sieg konnte man sich definitiv für die Aufstiegsspiele qualifizieren. In den nun noch zwei ausstehenden Spielen (nächstes Spiel bereits diesen Mittwoch Zuhause gegen Selzach) peilt man einen weiteren Sieg für den Gruppensieg an, um sich das Recht von zwei Heimspielen in der Promotionsrunde zu sichern.

FC Gerlafingen 1:6 (0:4) FC Deitingen

Kirchacker, 135 Zuschauer

Deitingen: Kissling; Eberhard, Zuber, Bieri, Steiner (46. Huser); Flury, Roth, B. Frei (54. Thomann), Murer; T. Stalder, G. Stampfli

Tore: 0:1 Flury (24. Minute), 0:2 Flury (36.), 0:3 T. Stalder (37.), 0:4 G. Stampfli (45.), 0:5 G. Stampfli (49.), 1:5 K. Kirchhofer (68.), 1:6 Huser (69.)