Punkteteilung im Spitzenkampf der 3. Liga

Im Spitzenspiel der zweiten Gruppe der 3. Liga trat Deitingen in Balsthal für einmal nicht als klarer Favorit an. Auswärts, eine lange Verletzten- und Ferienabwesenheitsliste, sowie der schlechter klassierte Tabellenrang liess die Deitinger befreit aufspielen, wodurch sie aber über die meiste Zeit des Spiels den Takt angaben. Auf einen Rückstand folgte die Führung, welche dann durch eine unglückliche Glatzenintervention im 2:2 Unentschieden endete.  

Die Sterne standen aufgrund des Matches – besser gesagt wegen der Anspielzeit am Samstagabend um 20 Uhr - nicht so gut. Nicht für die Protagonisten, sondern für den Umsatz in den Partyzelten an der Herbstmesse in Solothurn.

Nebst der ungünstigen Anspielzeit reiste Deitingen aber auch aus fussballtechnischen Gründen geschwächt zum Tabellenführer. Die Hert-Nikolic-Mannschaft war so dezimiert, dass die Schuhe von den im Sommer zurückgetretenen Tobi Stalder und Felix Barrer für dieses Spiel vom Nagel wieder abgehängt werden mussten – mit Startaufstellungseinsatz.

 

 

 

Die erste Halbzeit erfüllte das Prädikat Spitzenspiel. Hohes Tempo, schöne Spielzüge, technisch gekonnte Aktionen und Angriff gegen vorne. Die Startphase war ausgeglichen und beide Teams liessen dem Gegner nicht viel Luft zum Atmen. Die beiden Spielsysteme waren sehr unterschiedlich. Balsthal forcierte schnell und direkt bei jeder Balleroberung den grossgewachsenen Kostadinovic in der Sturmspitze, welcher dank seiner guten Technik seine Mitspieler in Szene setzten konnte. Im Ansatz gut, doch in der Endausführung konnte der Gastgeber nie ganz überzeugen. Am gefährlichsten wurde es für Deitingen, wenn Kostadinovic mit seinem wuchtigen Einwurf – er trägt immerhin den offiziellen 20min.ch-Titel des Einwurf-Königs der Schweiz – die Kugel in die sich in als-würde-es-was-gratis-geben-grossen Scharen versammelte Menge vor Kissling katapultierte. Deitingen wusste von der Balsthaler Geheimwaffe, war aber dann doch überrascht und benötigte einige Aktionen, um sich daran zu gewöhnen. Deitingen führte seinerseits die gewohnte Passkombinationssystematik und verzückte die Zuschauer mit schönen Ballstafetten. Highlights waren auch auf Seiten der Wasserämter nicht im Überfluss vorhanden, doch man war näher am Führungstreffer durch einige Standards und musste akzeptieren, dass der Schiri nach einem klaren Foul im Strafraum nicht auf den Punkt zeigte. Der Gastgeber wühlte dann ein wenig in der Geschichte vor 2018 Jahren. Nicht ganz so wie Maria zum Kinde, kam der Tabellenführer zum Tor. Schnurstraks und kompromisslos schalteten sie nach einer Balleroberung um, lancierten mit einem weiten Ball die Spitze und bedienten mit einem Steilpass Jankovic, der zur Führung einnetzte (31. Minute). Das Spiel lief anschliessend ausgeglichen weiter und bot bis zur Pause weiterhin gute Unterhaltung.

 

 

Nach dem Pausentee schien es, als würde der Gastgeber nun zeigen, wer auf diesem Spielplatz Zuhause ist. Doch als Deitingen in der 48. Minute zur ersten Grosschance kam, war dieser Anfangsschwung wie verpufft. Deitingen hatte den besseren Schnauf und dadurch immer wie mehr Raum im Mittelfeld. Mal für Mal konnte man sich gute Chancen erarbeiten, doch es fehlte immer das Quäntchen Etwas. Es war langsam aber sicher wie beim dritten Date: beide wissen, dass es passieren wird. Doch Mal für Mal hämmerten die Deitinger ihn nicht rein. Mit den an diesem Tag perfekt getretenen Corners und einem Verletzungspausenrückkehrer konnte das Spiel doch verdient innerhalb einer Nicht-YB-Viertelstunde gedreht werden. In der 53. Minute war es S. Frei, der den Roth-Corner gekonnt am zweiten Pfosten zum Ausgleich einnickte und später die Rakete Flury, der der Abwehr entwisch und Torhüter Engetschwiler düpierte. Deitingen machte nicht den Anschein, als würden sie nachgeben und auf der Gegenseite, war ein Aufbäumen nicht erkennbar. Gefährlich wurde es weiterhin, wenn der FCKB-Drehpunkt Kostadinovic ins Geschehen eingriff. So war es erneut ein Einwurf auf Strafraumhöhe, wo jedoch Zuber am höchsten Stieg. Hoch hinaus wollen wir immer alle, doch manchmal werden wir auf den harten Boden der Realität zurückgeholt. So wusste Zuber genau, als der Ball seine Babypopo-Kopfhaut berührte, dass dies nicht gut enden wird. Und so war es. «Perfekt» ins lange Angeli. Alle staunten über den eigentlich herrlichen Treffer und Zuber fühlte sich logischerweise nicht gut dabei. Wie mit zu viel Bier – da kann einem schon übel werden. Doch wenn wir ehrlich sind, auch nach 4 Liter Ovomaltine muss sich jeder übergeben. Item, dies sei keine Anekdote vom späteren Abend. Der Ausgleich gab den Deitinger einen Dämpfer und sie benötigten einige Minuten, bis sie wieder im Spiel waren. Doch danach fing man sich und nutzte die immer noch grossen Räume aus und kam zu weiteren Chancen, wobei aber keine Resultatänderung mehr dabei herausschaute.

 

Fazit: Für Deitingen wäre mehr drin gelegen. Die Balsthaler Offensive schoss in diesem Spiel genau einmal aufs Tor und weist dadurch eine 200%-Torerfolgsquote. Doch man nimmt den Punkt aus dem Spitzenspiel gerne mit nach Hause und konzentriert sich nun auf das Restprogramm.

 

FC Klus/Balsthal 2:2 (1:0) FC Deitingen

Sportplatz Moos Balsthal, 95 Zuschauer

FCD: Kissling; Eberhard, Zuber, Bieri, Barrer; S. Frei, Roth, B. Frei, Flury; R. Stalder (78. G. Stampfli), T. Stalder (71. Nesti)

Tore: 1:0 Jankovic (31. Min), 1:1 S. Frei (53. Minute), 1:2 Flury (68. Minute), 2:2 Zuber (Eigentor, 74. Minute)

 

3. Liga, Gruppe 1

3. Liga, Gruppe 2