Unentschieden nach Torflut in Biberist

Nach einer 3:1-Führung hätte Biberist das Spiel gegen Oensingen noch fast verloren. Der Ausgleich zum 4:4 gelang erst in der Nachspielzeit.

Kaum ist das Spiel angepfiffen überschlagen sich die Ereignisse auf dem Platz. Erster Angriff der Gastgeber, erstes Foul im Strafraum, Penalty für Biberist! Das lässt sich Roman Rüegsegger, der diese Saison sehr sicher vom Punkt agiert, nicht mehr nehmen und schiebt den Ball unhaltbar via rechten Pfosten ins Tor.

Auch nach dem Treffer bleibt die 11 von Trainer Thomas Reinhart die spiel- bestimmende Mannschaft und versucht nicht nur, das Ergebnis zu verwalten. Die 6’ Minute: Boris Flury entwischt dem ihm zugeordneten Verteidiger und zieht ab. Der satte Schuss ist zu unplatziert und somit ein klassischer Torhüterball.

Der erste nennenswerte Angriff des FC Oensingen wird in der 7’ Minute durch ein präzises Tackling von Patrik Jäggi entschärft, auf Kosten eines Eckballs, der aber ohne Folgen bleibt. Auch in den kommenden Spiel- minuten ist Biberist die klar bessere Mannschaft und setzt Oensingen weiter unter Druck.

Völlig entgegen dem Spielverlauf dann der Ausgleich. Eine schnelle Kombination und zugleich ein Stellungsfehler unsererseits nützt der Gast eiskalt aus und gleicht in der 14’ Minute aus. Spielerisch in der ersten knappen Viertelstunde dominant, spielbestimmend und klar im Chancenplus, dann ein kleiner Fehler und es steht 1:1.

Beruhigend für Trainer und Zuschauer dann die Erkenntnis, dass sich Biberist durch den Ausgleichstreffer überhaupt nicht hat beirren lassen. In den kommenden Minuten werden wir vor allem durch die linke Angriffsseite mehrfach durch Petrit Krasniqi gefährlich. Seine starken Tempodribblings und die beeindruckende Geschwindigkeit mit Ball (teils schneller als sein direkter Gegenspieler ohne Ball) machen Hoffnung, auf weitere Tore.

Nach 25’ Minuten verzeichnen wir die erste längere Ballbesitzphase der Gäste, jedoch ohne gefährliche Aktion. Durch das temporeiche Spiel gerät bei den Zuschauern fast in Vergessenheit, wie kühl und frostig es mittlerweile auf dem Giriz geworden ist. Kaum macht man sich über die kälte Gedanken, wird es den Biberistern in der 29’ Minute wieder warm ums Herz: Dario Kopp überläuft den Verteidiger, schlägt mit letzter Kraft eine Flanke ins Zentrum zu Roman Rüegsegger, der goldrichtig steht und die Flanke mit einem sehenswerten Direktschuss auf den Torwart bringt.

Dann schreiben wir die 39’ Minute: Petrit Krasniqi bringt einen hohen Ball Richtung Tor, in der Luft noch nicht genau definierbar ob Flanke oder Schuss, wird dieser immer länger und der Torwart wehrt zur Ecke ab. Die darauffolgende Ecke versprach vor dem Antritt keine besonders gefährliche zu werden, zumal die Ecken zuvor doch eher verhalten getreten wurden. Doch da klingelt es im Kasten des FC Oensingen 2:1.

Die Schlussphase der ersten Halbzeit ist nochmals geprägt von Chancen (einmal mehr von Petrit Krasniqi. Sein Schuss wird abgefälscht aber ist zu ungefährlich für den gegnerischen Torhüter.) Dann rollt die letzte Angriffswelle der Gäste, die nicht mit einem Rückstand in die Pause gehen wollen. Da rückt Verteidiger Nicolas Rüfli in den Vordergrund, welcher innert Kürze zweimal mit einem fairen Tackling den Angriff des Gegners unterbindet.

Nach der Pause benötigen beide Teams etwas Anlaufzeit, bis dann in der 53’ Minute der wohl schönste Angriff der Partie folgt. Aus der Abwehrreihe wird der Ball ins Mittelfeld transportiert, dann ein schneller Pass in die Tiefe zu Andreas Felder, dieser übersprintet auf der rechten Aussenseite sämtliche ihm in den Weg stellenden Spieler und passt im richtigen Moment Richtung Strafraum, wo Stürmer Dario Kopp goldrichtig steht, 3:1!.

Die Biberister Körpersprache stimmt, die Zuschauer sind guten Mutes. Umso enttäuschender und entgegen dem Spielverlauf dann in der 59’ Minute der zweite Gegentreffer durch einen Foulpenalty. Der erneute Anschlusstreffer gibt Oensingen auftrieb und mit viel Aufwand wird versucht mehr Druck auf das Tor von Moreno Blum aufzubauen. Eben angesprochen ist es Blum, der in extremis in der 61’ Minute klären muss und so den Ausgleich verhindert. Blum macht sich in der Folge lautstark bemerkbar und appelliert an die Feldspieler, nicht nach zu lassen.

Eine Minute später ist es erneut Biberists Kapitän, der in einem Luftkampf mit dem heranrauschenden Stürmer klären muss. Dies war aber ein Foul, Freistoss. Zeit zum Durchatmen bleibt nicht. In der 65’ Minute war auch der zuvor häufiger geprüfte Moreno Blum chancenlos, 3:3.

Das Spiel, längst nicht mehr flüssig und geprägt durch die vielen ungenauen Zuspiele, wirkt jetzt sehr zerfahren. Hinzu kommt nun auch die doch immer ruppigere Gangart. Bis zur 73’ Minute zählen wir bereits 6 gelbe Karten, verteilt auf beide Seiten. Voller Anspannung warten wir nun seit geraumer Zeit auf Torchancen oder zumindest tolle Passkombinationen, die in der zweiten Halbzeit klar Mangelware sind.

Aufgeweckt werden wir in der 74’ Minute als ein Tor von Roman Rüegsegger, durch Pass des in der 68 Minute eingewechselten Pascal Flury, infolge Abseits aberkannt wird. Der direkte Gegenzug, schon fast sinnbildlich in Anbetracht des Spielverlaufs, in der zweiten Halbzeit.

Die Biberister hadern, lassen den Gegner zurück ins Spiel kommen und markieren den gewünschten Führungstreffer infolge Abseits nicht. Gegenangriff - Tor 3:4, in der 75’ Minute! Nun wird sich in den letzten 15 Minuten zeigen, wie es um die Moral der Biberister Equipe steht und ob sie dem Ergebnis noch was entgegenzusetzen haben.

In der 77’ Minute tumultartige Szenen auf dem Feld. Ohne ins Detail gehen zu wollen wird ein Oensinger Spieler mit gelbrot des Feldes verwiesen. Es folgen bis zur 89’ Minute weitere gelbe und bedauerlicherweise auch zwei gelbrote Karten und damit Spielausschlüsse auf Biberister Seite.

Die letzten Minuten sind geprägt von harten Zweikämpfen und zum Ausdruck gebrachten Meinungsverschiedenheiten zwischen Spieler und Schiedsrichter. Ein nicht gepfiffener Penalty nach Foul an Roman Rüegsegger ist nur eine erwähnte Spielsituation.

Wir schreiben nun bereits die 92’ Minute: Mit letzter Konsequenz und im Wissen, dass der Schiedsrichter wohl bald abpfeift, startet Nicolas Rüfli (seines Zeichens Abwehrspieler!) aus der eigenen Platzhälfte und macht sich auf in den gegnerischen Strafraum. Als Abstauber (Torwart konnte den Ball nicht festhalten) in Manier eines Mittelstürmers drückt er den Ball hinter die Linie. 4:4.

Biberist - Oensingen 4:4

Tore: 2. Roman Rüegsegger (Penalty) 1:0. 14. Sherif Qadraku 1:1. 39. Patrik Jäggi 2:1. 53. Dario Kopp 3:1. 59. Fatlum Kastrati (Penalty) 3:2. 65. Niroj Poopalasingam 3:3. 75. Fatlum Kastrati 3:4.92. Nicolas Rüfli 4:4.

Interview mit Moreno Blum

Moreno, wie beurteilst du das Spiel in der 1. Halbzeit im Vergleich zur 2. Halbzeit?

Wir konnten sicherlich den Schwung der letzten Spiele mitnehmen und sind mit dem Penalty optimal in die Partie gestartet. Nach gut 20 Minuten hatten wir eine kleine Baisse im Spiel, wodurch wir den Gegner selbst- verschuldet haben ins Spiel kommen lassen. Nicht unverdient dann der Ausgleich. Ebenfalls nicht unverdient, auch der Tatsache geschuldet, das wir uns nochmals gesteigert haben, gehen wir mit einer 2:1 Führung in die Pause. Nach der Pause haben wir das Spiel Anfangs im Griff, schiessen das 3:1. Dann kommen wir einen Bruchteil einer Sekunde zu spät, begehen den Fehler und erhalten den Penalty gegen uns, zurecht. Das 3:2 gibt dem Gegner Aufwind und wir sind leicht verunsichert. Dann kamen wir in eine Phase, welche aus meiner Sicht als Torhüter sehr schwer anzuschauen ist. Zudem bringt der Schiedsrichter Hektik ins Spiel, es gab rote Karten…

Ein Wort noch zum Schiedsrichter Moreno?

Nein, dazu möchte ich keinen Kommentar abgeben. Leider haben wir dann den Match aus der Hand gegeben, haben uns durch die Entscheidungen zu sehr beeinflussen lassen, waren nicht mehr allzu konzentriert, dann fällt das 3:3, das 3:4. Was ich aber meiner Mannschaft hoch anrechne und ein Kompliment aussprechen möchte ist, dass wir mit 9 Feldspielern Moral gezeigt haben und das 4:4 geschossen haben. Ich habe es auch der Mannschaft gesagt, dass für mich wichtig war, dass wir das Spiel nicht verloren haben. Klar schmerzt es nicht gewonnen zu haben, denn auch dies hätten wir durchaus schaffen können. Dennoch - wir haben keine Punkte auf Oensingen verloren und sie nicht an uns vorbeiziehen lassen in der Tabelle.

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