Iliria tanzt auf zwei Hochzeiten

Die meisten Solothurner Adler sind gerade erst aus den Ferien zurückgekehrt und nehmen fast ohne Trainings das erste Meisterschaftspiel gegen Oensingen in Angriff. Bei Iliria Solothurn will man nichts von einer Favoritenrolle wissen - und freut sich ganz besonders auf das Heimspiel im Schweizer Cup im Stadion gegen Lausanne-Sport.

Nach dem zweiten Schlussrang am Ende der vergangenen Saison betrachtet die Konkurrent Iliria Solothurn als einen der grossen Favoriten in der Solothurner 2. Liga. Die Solothurner Adler haben dagegen recht bescheidene Ziele: „Ich will die Spieler und die Mannschaft gezielt weiterentwickeln und wir haben uns weder einen Rang noch eine Punktzahl als Ziel gesetzt“, sagt Coach Vilson Dedaj. Von einem Aufstieg rede so wie so niemand bei Iliria. Dedaj nennt Subingen, Biberist und Bellach als Favoriten.

Die Bescheidenheit der technisch gut beschlagegen Mannschaft, deren Spieler hauptsächlich albanische und kosovarische Wurzeln haben, überrascht etwas. Der Abgang von Shaban Arifi zu Bellach konnte mit den Zuzügen von Mergim Sadriji (Bellach), Oliver Andrijasevic (Croatia) und Denis Perkolaj (Blustavia) kompensiert werden. „Es ist wichtig, dass wir das Kader etwas verbreitern konnten, damit der Konkurrenzkampf die Spieler zu besseren Leistungen anspornt“, relativiert Vilson Dedaj die Transfers. Ohne volle Leistung im Training habe keiner mehr einen Stammplatz in der Startaufstellung.

Iliria hatte den Meistertitel und den Aufstieg am Ende der vergangenen Saison nur wegen der leicht schlechteren Fairplayklassierung verpasst. Will man jetzt nicht noch einen Schritt weiter gehen? „Nein, mit Grenchen ist die richtige Mannschaft in die 2. Liga inter aufgestiegen“, blickt der Trainer auf die denkbar knappe Entscheidung zurück. Der Iliria-Coach, der früher zusammen mit seinem Bruder Dugagjin Dedaj beim FCG in der 1. Liga  gespielt hatte, spricht vom grösseren Potenzial und den finanziellen Möglichkeiten in Grenchen. „Für uns ist es einfacher, wenn wir in der Solothurner 2. Liga spielen können. In der 2. Liga inter muss man sicher dreimal trainieren und eine intensive Saisonvorbereitung betreiben, sonst hat man keine Chance. Aber bei uns fast alle, inklusive Trainer Leo Sasso, bis zum letzten Moment in den Ferien und der Saisonstart ist ein grosses Problem.“

So konnte Iliria das Training erst am 5. August wieder aufnehmen und er sei froh gewesen, dass wenigstens acht Spieler kamen, damit es am Schluss für ein „Mätschli“ reichte, gibt Dedaj zu bedenken. Mit einem einzigen Testspiel in den Beinen gilt es nun am Mittwoch gegen Oensingen ernst. „Ich hoffe, dass wir wegen dem Trainingsrückstand nicht in eine Negativspirale kommen, denn das Programm ist happig und die Erholungszeiten zwischen den Spielen sind jeweils nur sehr kurz.“

Denn neben der „englischen“ Runde in der Meisterschaft steht für Iliria am Samstag (17. August, 18 Uhr im Stadion Solothurn) auch noch das Heimspiel im Schweizer Cup gegen Lausanne-Sport aus der Challenge League auf dem Programm, den sich Iliria als Solothurner Cupsieger verdient hat. „Das ist für uns die Belohnung für die vergangene Saison, das wollen wir geniessen“, blickt Vilson Dedaj auf den Saisonhöhepunkt voraus, „einmal gegen richtige Profis spielen zu dürfen, das wird speziell.“

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