Schiedsrichter - ein spannendes und anspruchsvolles Hobby

Der gerade erst 21-jährige Roger Moser vom FC Riedholz berichtet von seinem Hobby: Als Schiedsrichter hat er die anspruchsvollste Aufgabe auf dem Fussballplatz übernommen. Der Artikel wurde uns von der Riedholzer Tanne-Zytigzur Verfügung gestellt.

Nebst der Musik, die für Roger Moser ebenfalls einen hohen Stellenwert geniesst, bezeichnet der 21-jährige Riedhölzler die Schiedsrichterei als sein grosses Hobby. Was sind die Beweggründe, dass einer in solch jungen Jahren die verantwortungsvolle Aufgabe auf sich nimmt, dem Fussball in der vermutlich schwierigsten Rolle zu dienen? Welche Ziele verfolgt Roger Moser ausserdem in seiner Rolle als Schiedsrichter-Verantwortlicher des FCR?
 
Es ist einer dieser ersten Frühlingstage in diesem Jahr, die diesen Namen auch wirklich verdienen. An diesem Sonntag treffe ich Roger Moser auf dem Kunstrasenplatz hinter dem Stadion des FC Solothurn zum Spiel zwischen den U16-Teams des heimischen FCS und einer Auswahl des Fribourger Fusballverbandes. Ganz ruhig berichtet Roger mir eine gute Stunde vor seinem Schiri-Einsatz über sein Hobby. Seine Ausführungen wirken für einen 21-jährigen routiniert, unaufgeregt und überlegt. Bereits im Alter von 15 Jahren konnte Roger Moser seine ersten Spiele bei den Junioren E und D leiten und wurde dabei so richtig ins kalte Wasser geworfen. Nach und nach kam der Spass an der Aufgabe, die Idee als offizieller Schiedsrichter einzusteigen, die ersten Schritte über die Junioren C, B und A zu den Aktiven. Schon früh lernte Roger zum Teil viel ältere Akteure auf dem Platz von seinen Entscheidungen zu überzeugen. Nach wenigen Jahren ist er derzeit bereits als Schiedsrichter-Kandidat in der 2. Liga und als Assistent in der 2. Liga interregional tätig. „Egal auf welcher Stufe, auf dem Spielfeld sollte jeder Entscheid korrekt sein“, so Roger Mosers Anspruch. Bei Durchschnittlich 150 Entscheidungen pro Spiel wirklich keine einfache Aufgabe, zumal das Regelwerk im Fussball einen recht grossen Interpretations- und dadurch auch Diskussionsspielraum offen lässt.
In der Kabine bereitet sich der Riedhölzler auf die Passkontrolle bei beiden Teams vor. Ein wichtiger Moment für einen Schiedsrichter um bei den Spielern beim Erstkontakt mit einem sicheren Auftreten zu punkten. Nebst diesem psychologischen Aspekt, ist es Roger Mosers Aufgabe die Vor- und Nachnamen und die  Rückennummern auf dem Matchblatt und das verwendete Schuhwerk bei allen Spielern zu kontrollieren. Er berichtet in diesem Zusammenhang von seinen ersten beiden offiziellen Spielen, als er froh war um Tipps eines erfahrenen Schiri-Göttis, der ihn an die Spiele begleitete. Auch die Hin- und Rückreise an den Spielort war zu dieser Zeit komplizierter, weil er noch nicht Auto fahren konnte und auf Eltern und ÖV angewiesen war.
Heute schätzt er an seinem Hobby die Kameradschaft unter seinen Schiri-Kollegen und die vielen Kontakte zu Personen auf und neben dem Fussballplatz, die Möglichkeit sich mit seinem Hobby sportlich zu betätigen, den verantwortungsbewussten Umgang mit herausfordernden Situationen und die vielen Aspekte, die zu einer positiven Entwicklung seiner Persönlichkeit beigetragen haben.

Um all diese positiven Punkte an potentielle Jungschiedsrichter weitergeben zu können, bekleidet Roger Moser seit 2017 die Funktion als Schiedsrichter-Verantwortlicher des FCR. Gerade auch von seinen eigenen Erfahrungen sollen Jugendliche im Alter ab ca. 14 Jahren profitieren können. Der Schiedsrichterverband hat einige Ideen entwickelt, wie Interessierte sanfter an die verantwortungsvolle Aufgabe herangeführt werden können, damit sich das kalte Wasser zumindest etwas wärmer anfühlt. Auch Roger Moser hat diesbezüglich klare Vorstellungen: „Seit 2017 beginnen unsere C- und B-Junioren die Spiele der Junioren D zu leiten. Sie können sich bei Interesse freiwillig melden. Meine Funktion ist, das erste Spiel im Tandem zu begleiten, das heisst, ich leite das erste Drittel um danach die Pfeife dem Neuling zu übergeben und mit ihm mitzulaufen und ihn zu unterstützen.“ Es gehe dabei nicht darum, den Neuling zu belehren und auf falsche Entscheidungen aufmerksam zu machen, sondern ihm beim Stellungsspiel zu helfen und eine Stütze zu sein. Mosers Arbeit trägt erste Früchte: So konnte mit Marc Herzog ein FCR-Junior für die Aufgabe als offizieller Schiedsrichter begeistert werden.

„Natürlich erlebt man nicht nur schöne Dinge auf dem Fussballplatz“, ist Roger wichtig zu erwähnen. Sich an positiven Erfahrungen und Highlights, in seinem Fall der Leitung des Junioren A-Cupfinals oder eines Aufgebots für die Aufstiegsspiele zur 2. Liga, zu orientieren, ist ihm genau so wichtig, wie aus Fehlern und negativen Erfahrungen zu lernen und als Person zu wachsen. Obwohl Roger Moser körperlich einer der kleineren Schiedsrichter unserer Region ist, kauft man ihm diesen nicht in Zentimetern messbaren Grössenzuwachs sofort ab. Zu überzeugend sind sein Feuer für sein Hobby, seine überlegte Herangehensweise und sein engagiertes Handeln. Schon bald heisst es an diesem Sonntag für Roger Moser: „Anpfiff zur nächsten Herausforderung“.
 
Wer sich dieser Herausforderung ebenfalls stellen möchte, dem empfiehlt Roger Moser ein Besuch der Website http://werdeschiri.ch.