Vergleich mit Deutschland: Wieso das Schweizer Fussball-Niveau zunimmt und die Amateurligen dabei helfen

Der Schweizer Fussball ist für seine hohe Qualität bekannt. Inzwischen sind Schweizer Ligen wie die Super League europaweit bekannt und der ganze Kontinent blickt mit Interesse auf das fussballerische Geschehen in der Eidgenossenschaft. Ein Vergleich lohnt sich besonders, um das Niveau der Schweiz zu zeigen: der mit der deutschen Bundesliga. Wie schlägt der schweizer Fussball sich im direkten Schlagabtausch? Und weshalb sieht man diese Qualität besonders in den Amateurligen?

Unentschieden gegen Deutschland

Die deutschen Ligen, allen voran die Bundesliga selbst, zählen europaweit zu denen mit dem höchsten Niveau. Und hier steigert die Eidgenossenschaft sich aktuell stark! Wie gut der Schweizer Fussball inzwischen wirklich ist, konnte man erst neulich beim Spiel Deutschland gegen die Schweiz im Rahmen der Nations League sehen: Dort schaffte die Nati nämlich ein hervorragendes 3:3. Stürmer Mario Gavranović erzielte gleich zwei Tore. Das Unentschieden war jedoch mehr als nur eine Ehrenmeldung, sondern vielmehr zeigt es die zugrunde liegenden Qualitäten der Mannschaft. Zwar stand die Schweiz auch nach der Partie in der Nations League noch ohne Sieg da - doch die Zutaten sind vorhanden, um in Zukunft noch mehr grosse Erfolge zu feiern.

Starke Spieler, starke Trainer

Dementsprechend begehrt ist der Schweizer Fussball im Nachbarland: In der Saison 2020/21 sind insgesamt 17 Schweizer Spieler in der deutschen Bundesliga engagiert. Darunter klanghafte Namen wie Manuel Akanji, Nico Elvedi und Gregor Kobel. Auch Nationalgoalie Yann Sommer, der mit über 165 Spielen zu den erfahrensten Schweizer Bundesliga-Spielern zählt, hat die Liga in den vergangenen Jahren bereichert.

Und Beispiele für starke Trainer-Figuren gibt es beu uns ohnehin in grosser Zahl. So zum Beispiel Willy Neuenschwander, der auch mit über 70 Jahren noch als Trainer aktiv ist, noch lange nicht ans Aufhören denkt und auch nach knapp 50 Jahren aktiver Laufbahn mit dem FC Langenthal noch so einiges bewegen will in der Welt des Fussballs.

Herausforderung: Mit den grossen Vereinen mithalten

Wo die heimischen Teams nicht ganz mithalten können, das sind die finanziellen Mittel. Grosse europäische Vereine wie Real Madrid, das 2018 750 Millionen Euro Umsatz erzielte, oder der FC Barcelona (690 Millionen Euro) sind geldtechnisch stärker als selbst die grössten Teams der Schweiz.

Das Paradebeispiel für einen deutschen Verein mit stabiler finanzieller Grundlage ist natürlich der FC Bayern München, der rund 293.000 Mitglieder vorweisen kann und von grossen Marken wie Adidas, Allianz und Audi mitfinanziert wird. 2018 konnte der FC Bayern insgesamt 629 Millionen Euro erwirtschaften, wie die Handelszeitung herausgefunden hat. Seit der Saison 2012/13 steht München ununterbrochen an der Spitze der deutschen Liga. Und auch in der aktuellen Saison ist die Mannschaft der eindeutige Favorit. Wie erdrückend die Dominanz ist, sieht man nicht nur an den Einnahmen, sondern auch an den Wettquoten: Hier führt der FC Bayern München mit Quoten von 1,13 deutlich vor Borussia Dortmund (7,00) und RB Leipzig (17,00), wie man beispielsweise bei Betway Fussball Wetten gut nachlesen kann (Stand: 21.10). Das bedeutet aber auch: Nicht alle deutschen Vereine spielen auf diesem Niveau! Aus diesen Gründen können die Schweizer Vereine, wenn der Transfermarkt traditionell im Oktober schliesst, wie SFL berichtet, bei den aufgewendeten Summen zwar nicht mit den ganz grossen europäischen Clubs mithalten. Doch dafür bringt der schweizer Fussball etwas anderes mit: Einen starken Rückhalt auch und gerade in den Amateurligen. Und genau da kommt der regionale Fussball ins Spiel.

Fest verankert bei den Fans

Wenn in der dritten Liga Riedholz dank dem Sieg gegen Gerlafingen zurück an die Spitze klettert, dann begeistert das die Fans mehr, als es in einem grösseren Land wie Deutschland der Fall ist, wo solche Meldungen schnell untergehen. Wie fest verankert der Fussball hierzulande in der Bevölkerung ist, zeigt sich auch an der Treue und Begeisterung der Fans. Denn nur aufgrund der Zuschauer kann der Sport auch in den unteren Ligen florieren - und ohne Fans wäre es auch dem Team von Fussballnetz nicht möglich gewesen, letztes Jahr bereits sein zehnjähriges Bestehen zu feiern. Die Passion der Anhänger zeigt sich aber auch an anderer Stelle: So finden Fanartikel von Shops wie Ochsnersport weiterhin reissenden Absatz und so gut wie jeder Sportfan in der Schweiz möchte gerne mit dem Trikot seines Lieblingsspielers auf die Strassen gehen. Und genau diese Begeisterung aus den Amateurligen ist es, die viele neue Talente an die Spitze des europäischen Fussballs strömt.

Fazit: Der Schweizer Fussball steht europaweit für Leidenschaft und Qualität und besonders gut sieht man das an den Amateurligen: Zwar können heimische Vereine beim Thema Geld nicht mit grossen Clubs wie dem FC Bayern München oder Real Madrid mithalten. Doch die Begeisterung der Fans und das qualitativ hochwertige Spiel in den Amateurligen sorgen dafür, dass viele Talente gefunden werden können - und dadurch zum Beispiel viele Schweizer Spieler in den deutschen Ligen zu Ruhm und Ehre gelangen.