Olten holt in der Nachspielzeit einen Punkt

In der Nachspielzeit gleicht Bekteshi in Einsiedeln aus und Olten kommt zu einem 2:2, dass sich für die Innerschweizer wie eine Niederlage anfühlen muss.

Als ein Spiel auf Augenhöhe wurde die Partie zwischen den beiden Tabellennachbarn aus Einsiedeln und Olten angepriesen. Und genau so ist es herausgekommen. Nach einem intensiven und kampfbetonten Spiel mit mehr Rasse als Klasse stand es am Schluss 2:2. Gefreut darüber haben sich unmittelbar nach dem Abpfiff von Schiedsrichter Franjo Maracic aber nur die Oltner. Klar, wenn einem in der 94. Minute per Freistoss der Ausgleich gelingt, steht das Spiel zwar Unentschieden, die Gefühlswelten der beiden Teams könnten aber unterschiedlicher nicht sein.

Sicher war es ein unnötiges Foul an der Strafraumgrenze, direkt vor dem Tor von Robin Nützel, der Sekunden später von Bekteshi mit einem flach getretenen Freistoss in der Torhüterecke erwischt wurde. Aber ein Fussballspiel dauert 90 Minuten – oder meist etwas länger. Die beiden Punkte gingen somit ganz sicher nicht aufgrund der letzten Offensivaktion der Oltner verloren. Rückblickend zeichnete sich dieses ärgerliche Schlussszenario schon in der ersten Hälfte ab. In dieser stellte der FCE das agressivere, das spielstärkere, das präzisere Team. Ein klares Chancenplus für Rotschwarz war die logische Folge, doch nach Schnidrigs direkt verwandelter Ecke in der 3. Minute wollte der Ball trotz zahlreicher guter Möglichkeiten vor der Pause partout nicht mehr rein. Es war vor allem ein glänzend aufgelegter Jan Eric Schnidrig, der mit seinem Offensivdrang und gefährlich getretenen Eckbällen immer wieder für Alarmstufe Rot vor dem Oltner Tor sorgte. Nach der ersten Einsiedler Offensivwelle begannen allmählich auch die Solothurner mitzuspielen und kreierten sich die eine oder andere gute Torchance. Nachdem Dominik Blöchlinger in der 24. Minute einen Schuss in extremis abblocken konnte, kamen die Gäste 10 Minuten später dann doch zum Ausgleich, ebenfalls nach einem Eckball, der von Zenuni eingenickt wurde. Somit lag der FCE zur Pause zwar nach Punkten, nicht aber nach Toren in Front.

Bereits die Startphase der zweiten Halbzeit vermittelte das Gefühl, dass dieser Punktevorsprung so langsam aber dahinschmelzen könnte. Das Einsiedler Spiel wurde von vielen missratenen Zuspielen und unpräzisen weiten Bällen geprägt. Es brauchte einen mutigen und reaktionsschnellen Robin Nützel, der einige gegnerische Angriffe in brenzligen Situationen unterband. Manuel Petrig war es dann zu verdanken, der nach seinem Rush in den Strafraum nur regelwidrig gestoppt werden konnte, so dass sein Team in der 62. Minute per Penalty erneut in Führung ging. In souveräner Manier versorgte Yves Auf der Maur den Ball in der rechten Torecke. Dieses Tor schien Einsiedeln aber eher zu lähmen, als Flügel zu verleihen. „Safety first“ lautete die Devise der Gastgeber, der dem FC Olten die Initiative immer mehr überliess. Die erhofften Konterchancen liessen so nicht lange auf sich warten. Zwischen der 70. und 80. Minute boten sich Urs Kälin und Kurt Marty hochkarätige Abschlussmöglichkeiten, um das Ding endgültig nach Hause zu schaukeln. Es kam, wie es kommen musste. Olten holte sich diesen einen Punkt nicht, weil es plötzlich das bessere Team war, sondern deshalb, weil der FCE es zuliess, dass sich der Gegner entfalten konnte.Einsiedeln – Olten 2:2 (1:1).

Einsiedeln - Olten 2:2

Rappenmöösli. – 300 Zuschauer. - SR Franjo Maracic.

Tore: 3. Jan Eric Schnidrig 1:0, 35. Zenuni 1:1, 62. Yves Auf der Maur 2:1, 93. Bekteshi 2:2.

Einsiedeln: Robin Nützel, Yves Auf der Maur, Raphael Petrig, Urs Trütsch, Dominik Blöchlinger (88. Valdrin Pacuku), Jan Eric Schnidrig (72. Din Mujovic), Andrin Bisig, Roger Seeholzer, Urs Kälin, Kurt Marty, Manuel Petrig (81. Pascal Beier).

 

2. Liga inter, Gruppe 5