Muri eine Klasse besser als Dulliken

In einer stimmungsarmen Partie stellte der FCM die Weichen schon früh auf Sieg, bereits nach 25 Minuten lag man vor 150 Zuschauern mit 3:0 in Führung. Der 4:0-Erfolg war zu keiner Zeit in Gefahr, zu harmlos präsentierten sich die Gäste aus dem Kanton Solothurn.

Wie würde Muris Mannschaft auf die jüngste 3:4-Niederlage in Schöftland reagieren, als man sich in 19 Minuten mit vier Gegentreffern vorführen liess? Wie stark ist der Gegner aus Dulliken, der vor Wochenfrist mit einem 2:0 gegen Adliswil die ersten Punkte der Saison eingefahren hat? Welche Auswirkungen wird die Absenz von Playmaker Ronny Minkwitz haben, der sich die Woche hindurch mit Knieproblemen herumgeschlagen hat? Es waren zahlreiche Fragezeichen, welche vor dem Anpfiff am vergangenen Samstag rund um die 1. Mannschaft beim FC Muri schwirrten. «Das ist alles egal. Wir müssen heute drei Punkte holen. Nicht mehr und nicht weniger», meinte Sportchef Marc Täschler lakonisch, nippte an seinem Kaffee und machte einen entschlossenen Gesichtsausdruck.

Matoshis «Briefkasten» zum 1:0

Dann begann die Partie, und Täschlers Miene dürfte sich mit jeder Minute mehr aufgehellt haben. Denn bereits ab der ersten Minute zeigten die Murianer, wer auf dem Platz das Sagen hat. Nach 80 Sekunden holten sie den ersten Eckball heraus, nach knapp acht Minuten lagen sie durch einen unglaublichen Treffer von Shpend Matoshi mit 1:0 in Front. Der 26-jährige linke Aussenverteidiger schnappte sich das Leder, sah Dullikens Goalie Michael Wehrli weit vor dem Kasten stehen und drosch den Ball aus der eigenen Platzhälfte (!) ins Tor. In der 18. Minute das 2:0 – Luigi Milicaj traf vom Elfmeterpunkt aus. Weitere sechs Minuten später fiel bereits die Vorentscheidung, als Cristian Ianu nach einem «Laserpass» von Milicaj quer durch den Strafraum mühelos zum 3:0 einschieben konnte. Sekunden zuvor scheiterte der 34-jährige Rumäne nach einer Vorlage des omnipräsenten Loris Völker noch knapp. Doch damit nicht genug, vor dem Seitenwechsel hätte der FCM das Skore durch Völker und abermals Ianu noch weiter erhöhen können, ja sogar müssen. «Wir vergeben immer noch zu viele Möglichkeiten», sollte Chefcoach Miga Dedic nach Spielschluss resümieren.

In der zweiten Halbzeit änderte sich wenig am Geschehen auf dem Rasen. Auch wenn die Freiämter zwei Gänge runterschalteten und sich vor allem auf das Verwalten des Vorsprungs verlegten, die Gäste aus Dulliken fanden nie ins Spiel. Muris 17-jähriger Goalie Silvan Sigg verbrachte einen langweiligen Abend und durfte immerhin aus der Ferne Ianus 4:0 nach 52 Minuten beklatschen. Danach war Ende Feuer. Mit der Gewissheit im Rücken, dass kaum mehr etwas anbrennen konnte, beorderte Dedic die Leistungsträger zwecks Schonung vom Feld und gewährte seinen Ersatzleuten Auslauf. So kamen in der 71. Minute der 19-jährige Joel Trüb und der 22-jährige Gustavo De Oliveira zu ihren ersten Einsätzen im Fanionteam. Und zeigten bei einer gefälligen Aktion, was sie draufhaben. Mit einem Zuckerpass brachte De Oliveira Trüb in beste Abschlussposition, das fünfte Tor des Abends wollte jedoch nicht fallen.

Während sich die Spieler nach dem Abpfiff vom FCM-Fanclub namens «Szene Muri» feiern liessen, genoss Dedic den zweiten Sieg im zweiten Heimspiel still und leise. Nach ein paar Augenblicken der Ruhe zog er ein positives Fazit: «Wir haben heute die drei Zähler geholt, das ist gut so.» Und zur Causa Ronny Minkwitz, der sich wegen Knieschmerzen die Partie von den Zuschauerrängen her anschauen musste: «Wir haben ein wenig umgestellt. Es hat funktioniert.» Auch Dedic wusste natürlich, dass eine Mannschaft, wie sie die Dulliker aktuell stellen, für einen FC Muri in Normalform keine grosse Hürde darstellen darf. Egal, auf wen er wegen Verletzung verzichten muss.

Muri - Dulliken 4:0

Stadion Brühl. – 150 Zuschauer. – SR: Dominique Schaub. – Tore: 8. Matoshi 1:0. 18. Milicaj (Foulpenalty) 2:0. 24. Ianu 3:0. 52. Ianu 4:0.

Muri: Sigg; Stadelmann, Mrkonja, Parente (64. Huber), Matoshi; Felipe De Oliveira, Streuli; Hohl, Völker (85. Gashi), Milicaj (71. Trüb); Ianu (71. Gustavo De Oliveira).

Dulliken: Wehrli, Wiederkehr, Asani, Panzeri, Kaufmann; Llapashtica (46. Temircan), Morina, Ademovic, Gerardi (61. Nützi); Curic (66. Solimine), de Silva (76. Antunes).

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