Langenthal schiesst gegen Solothurn vier Tore in 20 Minuten

Solothurn hat das Nachbarschafts-Duell in Langenthal nach einem verrückten Spiel mit 3:4 unnötig verloren. Zählt man die Zeit kurz vor und nach der Pause zusammen, dann haben die Oberaargauer ihre vier Tore in nur gerade 20 Minuten geschossen.

Schon nach wenigen Sekunden hätte die Widmer-Elf eigentlich führen müssen. Hannes Hunziker steckte auf Loris Vernocchi durch, der völlig freistehend Torhüter Studer anschoss. Doch auch die Gastgeber zeigten früh, dass sie sich für dieses Spiel viel vorgenommen hatten und erspielten sich in der 7. Minute ebenfalls eine Gross-Chance durch Gemperle, die jedoch ebenso vergeben wurde.

In der Folge übernahm der FCS das Spieldiktat, spielte bis zum Strafraum gefällig. Danach fehlten jedoch meist die Ideen. Bis in die 23. Minute als diesmal Marco Mathys auf Vernocchi durchsteckte. Dieser vergab jedoch auch seine zweite 100-prozentige Chance und scheiterte wieder an Torwart Studer. In der 29. Minute dann die längst verdiente FCS-Führung. Emmanuel Mast lancierte mit einem langen Diagonal-Ball Patrick Riesen, der zunächst eine sensationelle Ball-Mitnahme und dann ein Tor aus gut 30 Metern zum 0:1 zeigte.

Der FCS schien die Partie nun zu kontrollieren und kam in der 43. Minute zu einer weiteren Chance durch einen Distanzschuss von Mathys, der von Torwart Studer zur Ecke geklärt wurde. Dieser eigene Eckball wurde den Gästen dann jedoch zum Verhängnis. Denn in der anschliessenden Kontersituation lief Mzee auf der linken Seite allen davon bis fast zur Torauslinie und legte von dort zurück auf den heranstürmenden Gemperle, der schneller reagierte als FCS-Keeper Colin Bähler und zum 1:1-Pausenstand einschoss.

Die zweite Halbzeit begann so wie die Erste endete. Der FCS scheiterte zunächst mit einer Gross-Chance von Mathys an Torhüter Studer und kassierte im direkten Gegenzug das 2:1. Diesmal setzte sich Cuinjinca auf der linken Seite durch, dessen Flanke landete bei Selmani am rechten Pfosten, der keine Mühe hatte einzuschieben.

Dieser Schock sass offensichtlich tief beim Team von Jürg Widmer. In der Folge zeigten sich die Gäste teilweise völlig von der Rolle. Torhüter Bähler konnte noch die ein oder andere Situation klären, ehe in der 61. Minute Gemperle auf die Reise geschickt wurde. Dieser war für die FCS-Defensive zu schnell und traf zum 3:1. Nur drei Minuten später schienen die Gastgeber bereits auf der sicheren Sieger-Strasse zu sein, als Lässers abgefälschter Schuss unhaltbar zum 4:1 im Solothurner Tor landete.

Nun jedoch fingen sich die Gäste wieder und kamen wieder zu Tor-Chancen. In der 77. Minute verkürzte der eingewechselte Loic Chatton nach Klasse-Pass von Mathys auf 4:2. Und als eigentlich niemand mehr damit rechnete, wurde die Schlussphase plötzlich nochmals richtig hektisch.

Nach einem Foul des Ex-FCS-Verteidigers Edin Hasanovic an Vernocchi gab es den Penalty. Zwar konnte Langenthals Schlussmann Studer den von Chatton getretenen Ball zunächst parieren, doch der FCS-Goalgetter traf im Nachschuss zum 4:3. Der FCS drückte in einer gut fünfminütigen Nachspielzeit noch einmal auf den Ausgleich und bekam sogar noch die grosse Möglichkeit durch Chatton. Doch dessen Kopfball landete direkt in den Armen von Torwart Studer. So blieb es nach diesem verrückten Spielverlauf beim knappem 4:3 für Langenthal.

Fazit: Knackpunkt des Spiels waren die Gegentore direkt vor und direkt nach der Pause, die schlecht verteidigt wurden und eine schwache Chancen-Verwertung auf Seiten des FCS. Der FC Langenthal war heute einen Tick effizienter. Positiv war jedoch die starke Moral der Widmer-Elf, die trotz 1:4-Rückstand nicht aufsteckte und beinahe noch belohnt wurde.

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Langenthal - Solothurn 4:3 (1:1)

Rankmatte, Zuschauer: 450; Schiedsrichter: Rosset Simon.

Tore: 29. Riesen 0:1, 44. Gemperle 1:1, 46. Selmani 2:1, 61. Gemperle 3:1, 64. Lässer 4:1, 77. Chatton 4:2, 88. Chatton (Foul-Penalty-Nachschuss) 4:3.

Verwarnungen: Carubia, Hasanovic, Gemperle (FCL), Riesen (FCS).

Langenthal: Studer; Carubia, Hasanovic, Heuscher, Mzee; Lässer, Selmani, Arifi, Cuinjinca (85. Johannsmeier); Jonjic (90.+4. Kovac); Gemperle.

Solothurn: Bähler; Kohler, Stauffer, Aliu (60. Chatton), P. Gerspacher; Mast, Mathys, Hunziker (69. Veronica), Riesen; Cani; Vernocchi.

1. Liga, Gruppe 2