Baden schafft mit einem Mann weniger die Wende gegen Langenthal

Geschrieben von mfu

Nach einem kapitalen Fehlstart lag Baden gegen Langenthal 0:1 zurück und musste auch noch einen Platzverweis gegen Muff verkrafen. In einer starken zweiten Halbzeit gelang den Aargauern aber die Wende zum 3:1.

Nicht Punkt 16 Uhr, sondern drei Minuten zu früh beginnt die Partie im Esp. Offenbar auch drei Minuten zu früh für das Heimteam. Denn bereits nach zwei Spielminuten steht es 0:1. Nach einem katastrophalen Fehler von Hübel kann Valovcan ganz alleine einschieben. Statt den Ball wegzuschlagen, verliert der Torhüter von Baden den Ball im Fünfmeterraum. Ein Fehlstart für die Heimtruppe, der noch schlimmer wird. Denn nur vier Minuten später steht wieder ein Langenthaler frei vor Hübel. Dieses Mal ist es Franek, der den Ball völlig unbedrängt verliert. Aziri kann aber nicht profitieren und schiebt das sichergeglaubte 2:0 am Tor vorbei.

Der Höhe- beziehungsweise Tiefpunkt des Badener Fehlstarts ist die rote Karte von Muff in der elften Minute. Nach einer Notbremse an der Strafraumgrenze, bleibt dem Schiedsrichter nichts anderes übrig, als dem Badener Innenverteidiger die rote Karte zu zeigen. Die verbleibenden 79 Minuten müssen die Heimspieler also zu zehnt beenden.

Nach der roten Karte dreht das Spiel überraschenderweise plötzlich. Die Esptruppe scheint endlich wachgerüttelt zu sein und reisst das Zepter an sich. Von nun an bestimmen die Badener das Spiel und spielen sich über die Seiten immer wieder kleinere Chancen heraus. Ihr Mut bleibt aber unbelohnt, und das obwohl der FC Baden zahlreiche Eckbälle treten konnte. So endet eine nervenaufreibende erste Halbzeit nach 45 Minuten mit 0:1.

In der Halbzeitpause scheinen die Badener ein Wundermittel gefunden zu haben. «Ich habe meinen Spielern in der Pause gesagt; wer nicht an eine Wende glaubt, müsse gar nicht mehr auf den Platz», sagt Trainer Jakovljevic nach dem Spiel. In der Tat sind die Badener nicht mehr wiederzuerkennen.

Wie die Feuerwehr startet das Heimteam. Sie stehen hoch und setzen den Gegner früh unter Druck. Bereits zwei Minuten nach Wiederbeginn schiesst die Esptruppe den vermeintlichen Ausgleich. Torschütze Herger steht aber im Abseits und so bleibt es beim Rückstand. Weitere drei Minuten später springen die Fans dann in die Höhe. Eine tolle Kombination über Teichmann und dessen Flanke auf Ladner, erreicht schliesslich Herger, der per Volley den Ausgleich erzielt. Ein wunderschön herausgespieltes Tor für das Heimteam und der verdiente Ausgleich.

Nach dem 1:1 legen die Badener sofort nach. Bereits in der 57. Minute fällt der Führungstreffer. Eine Vorlage von Herger landet bei Teichmann, der mit dem Aussenrist den Ball an Torhüter Santos vorbei ins Netz schiebt. Die Badener spielen zu diesem Zeitpunkt wie aus einem Guss und setzen die Langenthaler unter Druck, die kaum mehr in der anderen Platzhälfte zu sehen sind. Baden hingegen bleibt hartnäckig und dies, obwohl sie seit der elften Minute in Unterzahl spielen. Man könnte aber meinen das Langenthal hier nur zu zehnt spielt.

In der 72. Minute fällt folglich das dritte Tor fürs Heimteam. Teichmann verwandelt einen Elfmeter, der Herger zuvor herausgeholt hat. In der Schlussphase ist bei Baden zwar etwas die Luft weg, doch Langenthal taucht kaum einmal gefährlich vor dem gegnerischen Tor auf. In der 85. Minute schiessen sie das einzige Mal in der zweiten Halbzeit auf das Badener Tor – Marvin Hübel hält den strammen Schuss aber mit einer Traumparade und verhindert somit den Anschlusstreffer. In den Schlussminuten ist es dann nochmals der FC Baden, der näher am Tor ist. Die Konter-Chancen finden aber nicht den Weg ins Ziel. So bleibt es beim mehr als verdienten Sieg für das Heimteam. «Als Trainer hat man leider keine Fernbedienung, um das Team bei einem solchen Fehlstart zu steuern. Gottseidank haben wir nach der roten Karte gegen uns doch noch ins Spiel gefunden», berichtet Rakovljevic nach dem Spiel. Ob es in der Liga weitergeht liegt derzeit in der Schwebe. Das nächste Spiel gegen Delémont nächste Woche ist bereits abgesagt. «Ich hoffe es geht weiter. Wir wären gut in Form.»

Baden – Langenthal        1:3 (0:1).

Esp. – 447 Zuschauer. – SR Minder.

Tore: 2. Valovcan 0:1. 50. Herger 1:1. 57. Reichmann 2:1. 72. Teichmann (Foulpenalty) 3:1.

Baden: Hübel; Romano, Muff, Laski, Weilenmann (80. Nikola Maksimovic); Ladner, Franek, Cirelli (80. Schär); Jakovljevic; Herger (73. Lüscher-Boakye), Teichmann (90. Uka).

Langenthal: Santos de Carvalho; Skeraj (82. Otoman), Wernli, Pfister, Scheidegger; Ardi Selmani (63. Johannsmeier), Kontar, Lässer; Jonjic (87. Kisa); Aziri, Valovcan.

Bemerkungen: Baden ohne D’Ovidio, Stump, Matovic, Brunner (alle verletzt). Langenthal ohne Zimmermann, Heuscher (beide gesperrt), Fankhauser, Baskar, Amaru (alle verletzt), Kovac, Edmond Selmani (beide abwesend). – Verwarnungen: 21. Valovcan, 33. Cirelli, 44. Aziri, 52. Kontar, 55. Scheidegger, 59. Jankovljevic, 71. Santos de Carvalho, 84. Laski (alle Fouls). – Platzverweis: 12. Muff (Rot, Notbremse).

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